DHA

Nach Karikatur: Türkei prüft rechtliche Schritte gegen “Charlie Hebdo”

28.10.2020 19:44 Uhr

Wegen der Karikatur auf der Titelseite, die Präsident Recep Tayyip Erdogan darstellen soll, hat die Türkei die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" unter Beobachtung gestellt und prüft rechtliche Schritte gegen das Magazin. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Ankara mit, meldet Hürriyet Daily News. Erdogan, so wird berichtet, habe auch bei der Generalstaatsanwaltschaft von Ankara eine Strafanzeige wegen des beleidigenden Bildes in der französischen Zeitschrift Charlie Hebdo gegen ihn eingereicht.

"Es wurde eine Untersuchung gegen Führungskräfte der Zeitschrift 'Charlie Hebdo' wegen Beleidigung des Präsidenten gemäß Artikel 12, 13 und 299 des türkischen Strafgesetzbuches eingeleitet", hieß es in einer Erklärung.

Erdogan: Feindlichkeit breitet sich "wie Krebs" aus

Erdogan bezeichnete "Charlie Hebdo" derweil als "obszön". Er habe von der Titelseite mit der Karikatur gehört, sie aber nicht angesehen, sagte Erdogan vor AKP-Mitgliedern in Ankara. Es sei unter seiner Würde, solche "obszönen Publikationen" auch nur zu beachten. Er sagte, westliche Länder, die den Islam angreifen, wollen "die Kreuzzüge neu starten", während die Spannungen zwischen der Türkei und Frankreich über Karikaturen von Mohammed aufflammten.

Er habe denen, die den Propheten Mohammed beleidigten, nichts zu sagen. "Wir wissen, dass das Ziel nicht meine Person ist, sondern die Werte, die wir vertreten", sagte Erdogan. Es sei "Ehrensache", sich gegen Angriffe auf den Propheten zu stellen. Er fügte an, dass sich unter den Führenden in Europa Feindlichkeit gegen den Islam und Muslime sowie Respektlosigkeit gegenüber dem Propheten Mohammed "wie Krebs" ausbreite.

Finanzminister Albayrak: "Das ist kein Humor"

Unterstützt wurde der türkische Präsident unter anderem von Finanzminister Berat Albayrak. "Ich verurteile die Zeitung "Charlie Hebdo", die den Präsidenten unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit unmoralisch angegriffen hat, auf das Schärfste. Was dort getan wurde, ist kein Humor, sondern einfach nur unhöflich." Justizminister Abdülhamit Gül sagte über die Meinungsfreiheit: „Sie wissen nicht, was Meinungsfreiheit bedeutet.Faschisten Europas. Jeden Tag fügen sie Ihren Seiten mit rechtswidriger und unmoralischer Schande, die Sie von der Vergangenheit bis zur Gegenwart angesammelt haben, eine neue hinzu."

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sprach über die diesbezügliche Untersuchung und sagte: "Da eine Untersuchung eingeleitet wurde, werde ich sowohl den diplomatischen als auch den rechtlichen Prozess in Frankreich und international verfolgen. Der türkische Botschafter muss nicht zurückgerufen werden.Wir sind bereits telefonisch in ständiger Beratung.“ Ömer Celik, der Sprecher der regierenden AKP, postete ebenso Twitter, um Charlie Hebdo zu verurteilen. Celik beschuldigte die Zeitschrift, sich in ein "Hassproduktionszentrum" verwandelt zu haben und sagte: "Wir verurteilen nachdrücklich ihre unmoralischen Veröffentlichungen über unseren Präsidenten. Diese Vorstellung von Veröffentlichung ist keine Meinungsfreiheit, sondern Glaubensfeindlichkeit. Diese Mentalität hat einen ekelhaften Punkt erreicht."

(ce)

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