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Nach Hilferuf der Töchter - Türkei lässt an Covid-19 erkrankten Bürger aus Schweden holen

26.4.2020 10:34 Uhr

Emrullah Gülüsken lebt mit seinen vier Kindern im schwedischen Malmö. Obwohl bei dem 47-Jährigen ein symptomatischer Verlauf und ein positiver Coronavirus-Test vorliegt, wurde er aus dem Krankenhaus wieder nach Hause geschickt. Seine Töchter Leyla und Samira Gülüsken haben mit einem Aufruf über die sozialen Medien an die türkische Regierung appelliert – und Gesundheitsminister Fahrettin Koca hat geantwortet.

Am Sonntagmorgen schrieb er über den Kurznachrichtendienst Twitter: "Liebe Leyla, wir haben dich gehört. Unser Ambulanzflugzeug wird um 6:00 Uhr starten, wir kommen nach Schweden. Die ganze Türkei ist traurig, dass ihr in einer solchen Zeit in der Ferne seid. Unsere Krankenhäuser und Ärzte warten schon auf deinen Vater. Ich möchte dir von unserem Präsidenten und dem ganzen Volk unsere Genesungswünsche ausdrücken."

Erkrankung nicht ernst genommen?

Vor rund zwei Wochen zeigte Emrullah Gülüsken typische Corona-Symptome: hohes Fieber und Atembeschwerden. Seine Familie wandte sich daraufhin an das Gesundheitsamt, welches sich allerdings nicht zurückmeldete. Vor zwei Tagen dann verschlimmerte sich der Zustand des 47-Jährigen, sodass seine Familie einen Notarzt rufen musste, der Gülüsken ins Krankenhaus brachte. Dort wurde der Mann positiv auf das Virus getestet – aber trotzdem nach Hause geschickt.

Hilferuf an die türkische Regierung

Die Töchter von Gülüsken, Leyla und Samira, wandten sich daraufhin über die Sozialen Medien an die Türkei und baten um Hilfe: "Helft uns, dass unsere Stimme gehört wird, unser Vater ist in einem schlimmen Zustand, er muss schnellstmöglichst behandelt werden!". Tochter Leyla teilte ein Video, dass ihren Vater in desolater Verfassung zeigt. Doch das Glück war der Familie hold, der Gesundheitsminister der Türkei nahm sich des Problems an.


Tochter Leyla teilte ein Video ihres Vaters (Bild: dha)

Zunächst telefonierte Koca mit der Familie und erkundigte sich nach dem Zustand des Vaters und versprach, Hilfe zu schicken. In diesen Stunden werden Emrullah Gülüsken und seine vier Kinder in die Türkei gebracht, wo der Mann sofort unter Behandlung genommen werden soll.

(Berna Ehrhardt)

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