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Nach Aus für INF - USA wollen Raketen testen

15.3.2019 23:28 Uhr

Nach dem Ende des INF-Vertrages wollen die USA Anfang August mit dem Test einer konventionellen Rakete beginnen. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Russland sich vor Ablauf der Kündigungsfrist am 2. August wieder an das Abkommen halte, würden die USA die Aussetzung des Vertrages zurücknehmen, teilte Pentagon-Sprecherin Michelle Baldanza am Freitag mit.

Ansonsten bleibe es dabei, dass die USA das Abkommen beenden würden.

"Wir müssen auf diese Eventualität vorbereitet sein. Unsere Vorbereitungen in dieser Richtung beinhalten Pläne, eine konventionelle, vom Boden abgefeuerte Rakete zu testen"" teilte Baldanza mit. Diese Entwicklung könne aber rückgängig gemacht werden, sollte Russland sich vor Ablauf der Frist wieder an den Vertrag halten. Einen Zeitrahmen für den Test der US-Rakete, deren Prototyp entwickelt werde, wollte die Sprecherin nicht nennen.

Die "Washington Post" hatte kürzlich unter Berufung auf hochrangige Quellen im Verteidigungsbereich berichtet, das US-Militär plane den Test eines landgestützten Marschflugkörpers mit einer Reichweite von rund 600 Meilen (knapp 1000 Kilometer) im August. Im November solle eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von etwa 1800 bis 2500 Meilen (rund 2900 bis 4000 Kilometer) folgen.

Bestückung mit Atomsprengköpfen soll möglich sein

Die Zeitung schrieb, zunächst gehe es bei den Tests nur um neue konventionelle Raketen. Sie könnten in Zukunft aber theoretisch auch mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden.

Die USA hatten den INF-Vertrag Anfang Februar mit Wirkung zum 2. August gekündigt. Sie begründeten diesen Schritt damit, dass Russland das Abkommen seit Jahren mit neuen Mittelstreckenraketen verletze. Baldanza warf Russland vor, alleine für das Ende des Vertrages verantwortlich zu sein, sollte Moskau Waffensysteme, die gegen das Abkommen verstoßen, nicht bis Ablauf der Frist zerstören.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte am Freitag ohne Angabe von Quellen berichtet, die USA hätten damit begonnen, landgestützte konventionelle Marschflugkörper mit Reichweiten über 500 Kilometer zu bauen. Der großen Koalition in Berlin stehe damit ein Nachrüstungsstreit bevor.

(an/dpa)