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Nach Aus für INF - Russland will neue Rakete entwickeln

5.2.2019 12:23 Uhr

Die USA und Russland haben beide den Abrüstungsvertrag für atomar bewaffnete Mittelstreckenraketen INF verlassen. Nun will Moskau in den nächsten zwei Jahren eine neue Rakte mit einer höheren Reichweite bauen.

"Jetzt kommt es darauf an, die Reichweite der heute zu entwickelnden bodengestützten Raketensysteme zu erhöhen", sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag. Die Entwicklung solcher Waffen solle bereits in Kürze beginnen. Sie sollten weiter als 500 Kilometer fliegen können - der INF-Vertrag erlaubte eine solche Reichweite nicht.

USA und Russland werfen sich gegenseitig Verletzung des Vertrages vor

Die USA und Russland hatten das mehr als 30 Jahre alte Abkommen über das Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenraketen am Wochenende nacheinander ausgesetzt, weil sie sich gegenseitig Verstöße dagegen vorwerfen. Es bleibt aber noch eine halbjährige Kündigungsfrist, um den Vertrag doch noch zu retten. Die Abkürzung INF steht für "Intermediate Range Nuclear Forces", auf Deutsch: nukleare Mittelstreckensysteme.

Nach Angaben von Schoigu will Russland zudem seine Militärsatelliten im Weltall umrüsten. "Die Erfahrung in Syrien zeigt, dass für einen effizienten Einsatz von Präzisionswaffen detaillierte Karten notwendig sind." Solche Daten könnten nur mit modernen Satelliten gewonnen werden, die die Erdoberfläche überwachten, erklärte der Minister. Es gehe dabei etwa um Kameras mit höherer Auflösung.

(an/afp/dpa)