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Nach Anschlag in Christchurch: Viele Muslime trauen sich nicht mehr in die Moschee

12.4.2019 11:12 Uhr

Viele Muslime trauen sich vier Wochen nach dem Anschlag im neuseeländischen Christchurch noch nicht wieder in die Moschee.

Ein Imam sagte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, die Zahl der Gläubigen beim Freitagsgebet sei deutlich gesunken. Erst vor wenigen Tagen hatte die Polizei einen Mann festgenommen, der vor einer Moschee islamfeindliche Parolen gerufen hatte.

Der terroristische Attentat von Christchurch

Ein australischer Rechtsextremist hatte während des Freitagsgebets Mitte März in zwei Moscheen in Christchurch auf Gläubige geschossen und 50 Menschen getötet. Ibrahim Abdelhalim, Imam an einer der beiden Moscheen, sagte AFP, normalerweise kämen dorthin etwa hundert Menschen zum Freitagsgebet. Derzeit seien es aber nur rund 30. "Sie haben immer noch große Angst", sagte Abdelhalim.

"Alle Muslime sind Terroristen"

Vor der zweiten betroffenen Moschee hatte die neuseeländische Polizei am Mittwoch einen Mann festgenommen, der Parolen wie "Alle Muslime sind Terroristen" gerufen hatte. Der Mann trug dabei ein T-Shirt mit dem Namen von US-Präsident Donald Trump. Der 33-Jährige bekannte sich am Freitag für schuldig, sagte aber, er könne sich nicht an den Vorfall erinnern. Er leide an psychischen Problemen und habe nichts gegen Muslime.

(gi/afp)