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Nach 18 Jahren im Amt gibt Merkel den Parteivorsitz ab

6.12.2018 9:45 Uhr

Am Freitag endet eine Ära in der CDU: Auf dem Parteitag in Hamburg wählen die rund 1000 Delegierten den Nachfolger oder die Nachfolgerin der Vorsitzenden Angela Merkel. Sie führte die CDU mehr als 18 Jahre. Ein Rückblick auf ihre bisherige politische Karriere:

1989

In der politischen Umbruchphase der DDR steigt die Physikerin Merkel in die Politik ein und schließt sich dem Demokratischen Aufbruch (DA) an, der später der CDU beitritt.

1990

April: Nach den Volkskammerwahlen wird Merkel stellvertretende Regierungssprecherin der DDR.

Dezember: Merkel wird mit der ersten gesamtdeutschen Wahl direkt gewählte CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Stralsund.

1991

Januar: Unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) wird Merkel als Bundesministerin für Frauen und Jugend vereidigt.

Dezember: Merkel wird zur stellvertretenden Vorsitzenden der CDU gewählt.

1994

November: Merkel wird Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Für ihre Verhandlungsführung beim UN-Klimagipfel in Berlin erntet sie ein Jahr später breites Lob.

1998

November: Der neue CDU-Chef Wolfgang Schäuble macht Merkel zur Generalsekretärin.

1999

Dezember: Nach Bekanntwerden der Spendenaffäre ruft Merkel in einem spektakulären Zeitungsbeitrag die CDU zur Abnabelung von Kohl auf.

2000

April: Nach Schäubles Rücktritt im Zuge der Affäre wird Merkel auf dem Parteitag in Essen mit 95,9 Prozent zur Parteichefin gewählt.

2002

September: Nach der verlorenen Bundestagswahl mit Unionsspitzenkandidat Edmund Stoiber (CSU) sichert Merkel sich den Fraktionsvorsitz der CDU/CSU im Bundestag.

2003

Dezember: Unter Merkels Führung segnet die CDU auf ihrem Parteitag in Leipzig einen radikalen Kurswechsel in der Steuer- und Sozialpolitik ab. Später distanzieren sich sowohl Kanzlerin als auch Partei wieder davon.

2005

September: Die Union gewinnt mit Merkel als Kanzlerkandidatin die Bundestagswahl knapp vor der SPD, bleibt aber weit hinter den Erwartungen zurück.

November: Merkel wird als Bundeskanzlerin einer großen Koalition vereidigt. Sie ist nicht nur die erste Frau, sondern mit 51 Jahren die bislang jüngste Politikerin in diesem Amt.

2006

August: Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" kürt Merkel erstmals zur "mächtigsten Frau der Welt". Den Spitzenplatz hält sie auch in den kommenden Jahren fast durchgängig.

2008

September/Oktober: Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) stellen wegen der Finanzkrise in dramatischen Rettungsaktionen Milliardensummen für Banken und die Wirtschaft bereit.

2009

September: Die CDU fährt bei der Bundestagswahl unter Merkels Führung zwar ein schwaches Ergebnis ein, es reicht aber für das gewünschte schwarz-gelbe Bündnis.

Oktober: Merkel wird zum zweiten Mal vom Bundestag zur Kanzlerin gewählt.

2010

Mai: Die Staaten der Euro-Zone beschließen den ersten Rettungsschirm. Die Euro- und insbesondere die Griechenland-Krise wird Merkel in den kommenden fünf Jahren in Beschlag nehmen, ihren Rettungskurs muss sie auch gegen viel innerparteiliche Kritik durchsetzen.

2011

Juni: Nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima beschließt Merkels Kabinett das Aus für acht Atomkraftwerke und einen schrittweisen Atomausstieg bis 2022. Im Wahlkampf hatte Merkel noch für eine Verlängerung der Laufzeiten geworben.

2012

Dezember: Bei ihrer sechsten Wiederwahl zur CDU-Chefin erreicht Merkel mit 97,94 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis.

2013

September: Bei der Bundestagswahl erreicht die Union mit 41,5 Prozent das beste Zweitstimmenergebnis seit 1990.

Dezember: Merkel wird zum dritten Mal im Bundestag zur Kanzlerin gewählt. Sie steht an der Spitze einer großen Koalition aus Union und SPD.

2015

August: Hunderttausende Menschen fliehen vor Krieg, Terror und Armut in die EU - die meisten kommen nach Deutschland. Merkel gerät mit ihrer Politik des "Wir schaffen das" innenpolitisch und innerparteilich massiv unter Druck.

2016

Dezember: Die CDU-Vorsitzende wird mit 89,5 Prozent als Parteichefin bestätigt.

2017

September: Merkel führt ihre Partei zum vierten Mal zu einem Wahlsieg und steht damit vor ihrer vierten Amtszeit als Bundeskanzlerin. Allerdings verliert die Union deutlich.

November: Die Sondierungsgespräche für ein Regierungsbündnis aus Union, FDP und Grünen scheitern. Die SPD erklärt sich vor Jahresende zu Gesprächen über eine Regierungsbildung bereit.

2018

Februar: Union und SPD schließen ihre Koalitionsverhandlungen ab.

März: Merkel wird zum vierten Mal zur Kanzlerin gewählt. Die große Koalition macht in den folgenden Monaten vor allem durch Streit von sich reden.

Oktober: Bei den Landtagswahlen in Bayern und zwei Wochen später in Hessen verliert die CDU dramatisch. Merkel, die bislang immer betont hatte, Parteivorsitz und Kanzleramt müssten in einer Hand liegen, erklärt überraschend, sich beim CDU-Parteitag im Dezember nicht zur Wiederwahl stellen.

(be/afp)