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Mutter versucht Sohn mit Schlaftabletten zu töten - Viereinhalb Jahre Haft

22.2.2019 17:04 Uhr

Mit 20 Schlaftabletten wollte eine Mutter aus Marnheim in Rheinland-Pfalz ihren 13-jährigen Sohn töten. Die 47-Jährige wurde vom Landgericht Kaiserslautern für die versuchte Tötung ihres Kindes zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht habe den Vorwurf des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung bewiesen gesehen, sagte ein Justizsprecher am Freitag. Das Gericht ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Wollte sie sich im Anschluss selbst umbringen?

Der Anklage zufolge hatte die Frau 20 Pillen eines Schlafmittels in einem Glas Wasser aufgelöst und ihrem Sohn gesagt, es handele sich um ein pflanzliches Medikament gegen eine Entzündungskrankheit. Der 13-Jährige trank das Gemisch und schlief ein, überlebte aber. Die 47-jährige hatte die Tat von August 2018 gestanden und als Grund familiäre Schwierigkeiten angegeben. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie nach der Trennung von ihrem Ehemann erst ihren Sohn und dann sich selbst töten wollte.

Ehemann verständigte sofort den Notarzt

Dem Gericht zufolge war der 13-Jährige am Morgen nach der Tat "mit wankenden Schritten" in der Küche erschienen. Die Mutter räumte daraufhin gegenüber ihrem Mann ein, dem Jungen Tabletten gegeben zu haben. Der Mann habe sofort Polizei und Notarzt verständigt. "Es bestand zu keiner Zeit akute Lebensgefahr", sagte der Justizsprecher.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Allerdings verzichteten Verteidigung und Nebenklage dem Sprecher zufolge noch im Gerichtssaal auf Revision. Ein Widerspruch vonseiten der Staatsanwaltschaft galt als möglich - jedoch liegt das Urteil nur knapp unterhalb der Forderung der Anklagebehörde von vier Jahren und zehn Monaten.

(sis/dpa)