dpa

Mutmaßlicher Serienvergewaltiger in Berlin vor Gericht

17.2.2021 8:33 Uhr

Nach einer Serie von Vergewaltigungen in Berlin und Brandenburg im Sommer 2020 wird dem mutmaßlichen Täter ab heute am Landgericht der Hauptstadt der Prozess gemacht.

Der 30-Jährige soll sieben Opfer überfallen haben. Sie waren laut Anklage zwischen 14 und 27 Jahre alt. Dem Angeklagten werden sechs Vergewaltigungen, eine versuchte Vergewaltigung sowie Körperverletzung und versuchte räuberische Erpressung vorgeworfen.

Gepackt, gewürgt oder mit einem Messer bedroht

Über Wochen hinweg hatten Meldungen von gewalttätigen Übergriffen auf Frauen überwiegend im Berliner Südwesten große Verunsicherung und Besorgnis ausgelöst. Zu unterschiedlichen Tageszeiten griff ein mutmaßlicher Serientäter meist auf entlegenen Wegen junge Frauen an. Zu sechs Taten soll es im Juni und Juli 2020 südlich des Wannsees in Berlin und Brandenburg gekommen sein, zur siebten in Bernau.

Die Frauen waren laut Ermittlungen entweder mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Der Täter habe sich ihnen zunächst freundlich genähert, die Opfer dann jedoch meist von hinten gepackt, gewürgt oder mit einem Messer bedroht, vom Weg in entlegenere Gebiete gezerrt und vergewaltigt. In einem Fall hätten Hilferufe der Frau und die Anwesenheit eines Campers die Vollendung der Tat verhindert.

Zuletzt soll der Angeklagte in einem Wald bei Potsdam eine junge Frau missbraucht haben. Eine Passantin habe das Opfer in einem Waldstück zwischen Babelsberg und Dreilinden entdeckt, teilte die Polizei damals mit. Beamte aus Brandenburg sowie der Bundespolizei und der Berliner Polizei rückten daraufhin zu einer großangelegten Suchaktion aus. Auch ein Hubschrauber, eine Drohne sowie mehrere Fährtenhunde und Polizeipferde der Bundespolizei kamen zum Einsatz.

Prozess wird von einer Jugendkamme geführt

Mehrere Stunden nach dem Übergriff sei der 30-Jährige am Abend des 14. Juli in Berlin-Zehlendorf verhaftet worden. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess wird von einer Jugendkammer des Landgerichts geführt. Damit solle vor allem ein mutmaßliches minderjähriges Opfer geschützt werden, hieß es. Das Gesetz sehe bei den Jugendkammern einen besonderen Sachverstand zur Befragung minderjähriger Verletzter von Straftaten. Der Angeklagte werde nach Erwachsenenstrafrecht behandelt.

(dpa)

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