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Mutmaßlicher Messer-Mörder von Dresden vorbestrafter Islamist und IS-Anhänger

21.10.2020 18:07 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen den mutmaßlichen Messer-Mörder von Dresden in die Richtung einer islamistisch motovierten Terrortat. Der mutmaßliche Täter, ein 20-jähriger Syrer, Abdullah A. H. H., der 2015 nach Deutschland kam, geduldet wurde und dem jetzt vorgeworfen wird, am 4. Oktober einen 55-jährigen Mann aus Krefeld getötet und den 53-jährigen Begleiter aus Köln lebensgefährlich verletzt zu haben, stand bereits 2018 vor Gericht. Der Vorwurf: "Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Straftat" - der 18-Jährige war glühender Anhänger der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS/ISIS). Zwei Jahre und neun Monate Haft sprach das Gericht gegen ihn aus und fünf Tage vor Tatbegehung in Dresden war er erst entlassen worden. Da sich der Terrorverdacht erhärtet hat, wurde der Fall nun von der Bundesanwaltschaft übernommen.

Die tödliche Messerattacke auf zwei Touristen am 4. Oktober in Dresden hat möglicherweise einen extremistischen Hintergrund. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat die Ermittlungen gegen einen 20 Jahre alten Syrer übernommen, der am Dienstagabend gefasst worden war. Es stehe eine islamistisch motivierte Tat im Raum, teilte die Staatsanwaltschaft Dresden am Mittwoch mit. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet. Am 4. Oktober war ein 55-Jähriger aus Krefeld in der Dresdner Altstadt angegriffen und schwer verletzt worden. Der Mann starb später im Krankenhaus. Sein 53 Jahre alter Begleiter aus Köln hatte die Attacke überlebt. Die Polizei hatte in Anlehnung an den Tatort unter dem Namen "Schloßstraße" eine Sonderkommission mit 29 Beamten eingerichtet.

Mutmaßlicher Täter aus Syrien erheblich vorbestraft

Gegen den am Dienstag festgenommenen Verdächtigen wurde inzwischen Haftbefehl wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erlassen. Der seit 2015 in Deutschland geduldete Mann ist nach Angaben der Behörden erheblich vorbestraft. So war er vom Oberlandesgericht Dresden im November 2018 unter anderem wegen Werbens um Mitglieder oder Unterstützer einer terroristischen Vereinigung im Ausland, Sichverschaffens einer Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Körperverletzung und Bedrohung zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Sichergestellte Tatwaffe mit Täter-DNA in Dresden - Quelle: Roland Halkasch/dpa-Zentralbild/dpa

Diese Strafe wurde dann nach Angaben der Behörde 2019 vom Amtsgericht Leipzig in eine weitere Verurteilung wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung einbezogen. Diese Jugendstrafe musste der Beschuldigte vollständig absitzen. Erst am 29. September 2020 sei er aus der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen entlassen worden. Er habe unter Führungsaufsicht gestanden, hieß es. Aktuell sei der Syrer im Besitz einer Duldung nach dem Aufenthaltsgesetz. Der Beschuldigte war am Dienstagabend festgenommen worden. Motiv und Hintergründe der Attacke am 4. Oktober waren zunächst unklar. Der 20-Jährige habe vor dem Ermittlungsrichter keine Angaben gemacht, hieß es.

(ce/dpa)

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