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Mutmaßliches Opfer reicht eigene Klage gegen Ex-Film-Mogul Weinstein ein

20.12.2019 10:15 Uhr

Mehr als 30 Opfer von Harvey Weinstein haben einer Grundsatzvereinbarung über Entschädigungszahlungen zugestimmt. Nicht so Kaja Sokola, die den ehemaligen Hollywood-Mogul des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, die ihre eigene Klage einreichte.

Die Vereinbarung über 25 Millionen Dollar (22,4 Millionen Euro) sei weder fair noch gerecht, sagte die 33-jährige Kaja Sokola in einer Erklärung, die am Donnerstag von ihrem Anwalt veröffentlicht wurde. "Deshalb reiche ich heute meine eigene Klage ein, in meinem eigenen Namen", sagte Sokola weiter. Die Psychotherapeutin aus Polen hatte ihren Fall ursprünglich unter einem Pseudonym im Rahmen einer Sammelklage gegen Weinstein im Jahr 2018 eingereicht.

Mit 16 nach New York - und dann Weinstein getroffen

Sokola war nach eigenen Angaben mit 16 Jahren nach New York gezogen, um als Model zu arbeiten und ihren Traum von der Schauspielkarriere zu verwirklichen. In ihrer 23-seitigen Klage hieß es, dass sie Weinstein im September 2002 vorgestellt wurde. Der Filmproduzent habe sie zum Abendessen eingeladen, sie aber anstatt in ein Restaurant zu seinem Wohnhaus gebracht, wo er sie sexuell missbraucht habe. Sokola fordert eine nicht näher bezifferte Schadenersatzsumme.

Versicherung zahlt Entschädigung?

Weinstein wird von dutzenden Frauen sexueller Missbrauch vorgeworfen. In New York soll im Januar ein Prozess gegen ihn beginnen. In dem Verfahren werden ihm eine Vergewaltigung im Jahr 2013 und erzwungener Oralverkehr im Jahr 2006 zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung droht Weinstein lebenslange Haft. Vergangene Woche schloss Weinstein eine Grundsatzvereinbarung über Entschädigungszahlungen an mehr als 30 Frauen, die ihm sexuelle Gewalttaten vorwerfen. Für die Summe soll Weinstein einem Medienbericht zufolge aber nicht selbst aufkommen. Zahlen sollen demnach die Versicherer seiner bankrotten Firma The Weinstein Company.

Einvernehmliche Kontakte oder sexueller Missbrauch?

Der 67-Jährige hat die Vorwürfe gegen sich stets zurückgewiesen. Er spricht von einvernehmlichen sexuellen Kontakten. Die Vorwürfe gegen Weinstein hatten zur weltweiten #MeToo-Kampagne gegen sexuelle Übergriffe und gegen Gewalt an Frauen geführt.

(be/afp)

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