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Mutmaßlicher Mörder ist Vater von drei Kindern

30.7.2019 21:34 Uhr

Der mutmaßliche Mörder vom Frankfurter Hauptbahnhof, der einen achtjährigen Jungen und seine Mutter vor einen Zug gestoßen haben soll, ist selbst Vater von drei Kindern. Der 40-Jährige sei verheiratet und lebe seit dem Jahr 2006 in der Schweiz, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag in Frankfurt am Main.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass er vor der Tat Alkohol oder Drogen konsumiert habe. Nach Angaben der Ermittler hatte der Mann kurz nach seiner Festnahme einem Atemalkoholtest zugestimmt, der 0,0 Promille ergab. Die Ermittler wollen nun die Schuldfähigkeit des mutmaßlichen Täters prüfen lassen. "Die Tat spricht dafür, dass man an eine psychiatrische Erkrankung denkt", sagte die Sprecherin. Im Laufe der weiteren Ermittlungen werde der Tatverdächtige "sicherlich psychiatrisch begutachtet" werden.

Der 40-Jährige soll am Montagvormittag am Frankfurter Hauptbahnhof einen Achtjährigen und seine Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben. Die Mutter konnte sich nach dem Sturz abrollen und auf einen schmalen Fußweg zwischen zwei Gleise retten. Ihr Sohn wurde vom Zug erfasst und erlag am Tatort seinen Verletzungen. Der Angreifer versuchte zudem, eine weitere Frau in die Gleise zu stoßen, die sich aber in Sicherheit bringen konnte.

Tatverdächtige lebte seit 2006 in der Schweiz

Der Tatverdächtige sei in Eritrea geboren, lebe seit 2006 aber in der Schweiz, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Kantonspolizei Zürich bestätigte, dass er dort seinen Wohnsitz habe. In einer ersten Vernehmung gab der Mann laut den Frankfurter Ermittlern an, vor wenigen Tagen mit dem Zug von Basel in die Mainmetropole gefahren zu sein.

Zu seinem Tatmotiv habe er bislang keine Angaben gemacht, sagte die Sprecherin. Die auf die Gleise gestoßene Mutter des Jungen habe keine gravierenden körperlichen Verletzungen erlitten, stehe jedoch unter einem schweren Schock. Die andere Frau, die der Mann auf die Gleise stoßen wollte, wurde den Angaben zufolge an der Schulter verletzt.

Ermittler sehen keinen Zusammenhang zu den Ereignissen im hessischen Wächtersbach

Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass es keinen Zusammenhang zu den Ereignissen im hessischen Wächtersbach gibt. "Wir ermitteln in aber in alle Richtungen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. In Wächtersbach war in der vergangenen Woche ein 26-jähriger Eritreer angeschossen worden.Der mutmaßliche Täter, ein 55-jähriger Deutscher, floh nach der Tat und erschoss sich selbst. Hinter dem Angriff steht nach Ansicht der Ermittler "ganz klar ein fremdenfeindliches Motiv". Allerdings ergaben sich keine Hinweise auf Kontakte des Manns in die rechtsextreme Szene.

(gi/afp)

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