imago/Eibner

Mustafa Yeneroglu: "Akkreditierungsverweigerung konterkariert das Bild unseres weltoffenen Landes"

2.3.2019 12:43 Uhr

Zwei deutschen Journalisten - ZDF-Studioleiter in Istanbul, Jörg Brase, und Thomas Seibert, der zum Beispiel für den Berliner "Tagesspiegel" aus der Türkei berichtet - wurden die Akkreditierungen und damit die Arbeitsgenehmigung in der Türkei verwehrt. Dagegen bringt sich jetzt Mustafa Yeneroglu, deutsch-türkischer Abgeordneter der Regierungspartei AKP, in Stellung. Er könne diese Entscheidung weder nachvollziehen noch gutheißen, hieß es in einer von Yeneroglu verfassten Erklärung.

<span>Der deutsch-türkische Abgeordnete Mustafa Yeneroglu, der als einer der Berater des </span>türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gilt, hat sein Unverständnis darüber geäußert, dass Auslandskorrespondenten von ZDF und "Tagesspiegel" die Pressekarte und damit die Arbeitsgenehmigung verweigert wird. In einer Erklärung von Yeneroglu vom Samstag hieß es: "Ich kann Ihnen leider nicht erklären, wie die zuständige Behörde zu solchen Entscheidungen gekommen ist. Jedenfalls kann ich die Entscheidung weder nachvollziehen noch gutheißen und daher auch niemandem überzeugend vermitteln." Er gehe davon aus, dass die Entscheidung entweder äußerst überzeugend erklärt oder, wenn stichhaltige Argumente fehlten, in Kürze berichtigt werde, schrieb Yeneroglu.

Yeneroglu: "Solche Entscheidungen konterkarieren das Bild unseres weltoffenen Landes"

Gründe für die Ablehnung der Arbeitsgenehmigungen waren nach Angaben der beiden betroffenen Medienhäuser vom Freitag nicht genannt worden. In der Mail, die der ZDF-Journalist Jörg Brase und der "Tagesspiegel"-Reporter Thomas Seibert erhielten, stand demnach Angaben lediglich: "Ihre Pressekarten-Erneuerungsantrag für das Jahr 2019 wurde nicht bewilligt". Beide Medienhäuser wollen dagegen Einspruch einlegen. Die Pressekarten ausländischer Korrespondenten laufen jedes Jahr Ende Dezember ab und müssen dann neu beantragt werden.

Yeneroglu schrieb: "Wir können nicht auf der anderen Seite so intensiv für den Wirtschaftsstandort Türkei mit ihren wirklich äußerst reizvollen Perspektiven werben, wenn auf der anderen Seite solche unverständlichen Entscheidungen mit großer Tragweite von einer Behörde getroffen werden. Zudem können ausländische Journalisten in der Türkei frei arbeiten. Solche Entscheidungen konterkarieren das Bild unseres weltoffenen Landes. Daher kann eine solche Entscheidung nicht im Interesse der Türkei sein."

(ce/dpa)