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Mustafa Akinci wünscht sich Dialog und Diplomatie

13.10.2019 19:09 Uhr

Mustafa Akinci, Präsident des türkischen Teils von Zypern, hat sich am 12. Oktober auf Facebook kritisch zur Operation "Friedensquelle" in Nordsyrien geäußert. Akinci, der 1974 selbst die Kampfhandlungen auf Zypern miterlebte und Freunde bei der Operation verlor, wünschte sich, dass die Kampfhandlungen bald beendet seien und das diplomatische Parkett mit Dialogen beschritten würde. Das stieß in der Türkei auf Kritik.

Akincis Aussagen, die er am 12. Oktober auf Facebook teilte, lesen sich wie folgt: "Obwohl wir die Offensive 1974 als Friedensoperation bezeichnet haben, war es ein Krieg und Blut ist vergossen worden. Nun, auch wenn wir die aktuelle Operation "Friedensquelle" nennen, so ist das, was verschüttet wird kein Wasser, sondern Blut. Aus diesem Grund ist es mein größter Wunsch, dass der Dialog und die Diplomatie so bald wie möglich ins Spiel kommen". Damit bezog sich Präsident Akinci auf das Jahr 1974 und auf die türkische Friedensoperation auf Zypern.

Akinci sagte weiter, er habe seine Freunde wie viele andere in der Offensive von 1974 verloren und aus Erfahrung gelernt, was Krieg bedeutet. 1974 trat Ankara nach einem Putsch auf Zypern, der auf die Annexion Zyperns durch Griechenland abzielte, als Bürgenmacht ein. 1983 wurde das türkische Zypern gegründet.

Kritik aus der Türkei am türkisch-zypriotischen Präsidenten

Eine Reihe türkischer Offizieller verurteilte den türkisch-zypriotischen Präsidenten am frühen 13. Oktober wegen seiner Äußerungen zu der anhaltenden Operation der Türkei in Nordsyrien. "Ich verurteile Akinci, der die Tatsache ignoriert, dass die Operation "Friedensquelle" gegen die blutige Terrororganisation PKK/PYD wegen der Stabilität der Region stattfindet", sagte der türkische Vizepräsident Fuat Oktay auf Twitter. "Unser Kampf in der Zypern-Friedensoperation von 1974, der mit dem Ziel geführt wurde, Frieden und Wohlstand in der Region zu schaffen und der Kampf für die Friedensoperation, die heute in Syrien stattfindet, werden mit demselben Geist geführt", sagte er.

Oktay betonte, dass Akincis "unglückliche Bemerkungen" nicht die Meinung der türkischen Zyprer widerspiegeln würden, deren Präsident Akinci jedoch ist. Der Sprecher der Regierungspartei AKP, Ömer Celik, brachte das Thema auch auf Twitter und sagte: "Die Zypern-Operation war eine Operation gegen ein Mordnetzwerk und hat Frieden geschaffen. Die Operation "Friedensquelle" ist auch der Kampf gegen den Terrorismus, den wir gegen ein Mordnetzwerk führen."

(Hürriyet.de)

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