imago images / U. J. Alexander

Muslime "fanatische Primatenkultur": Rassistischer Chat bei Berliner Polizei

3.10.2020 8:31 Uhr

Nach den Hass- und Drohmails mit der Unterschrift "NSU 2.0" und der Aufdeckung einer rechtsextremen Chatgruppe in Nordrhein-Westfalen wird die Polizei wieder mit rassistischen Vorwürfen konfrontiert. Laut Recherchen des ARD-Magazins "Monitor" ist auch bei der Berliner Polizei ein Chat mit rechtsradikalen Inhalten aufgetaucht.

Darin würden Muslime als "fanatische Primatenkultur" bezeichnet, Flüchtlinge mit Vergewaltigern oder Ratten gleichgesetzt und Neonazis als mögliche "Verbündete" bei linken Demonstrationen genannt, heißt es in dem Beitrag, der heute Abend ausgestrahlt werden soll.

25 Beamte sollen beteiligt sein

Es soll sich um den internen Chat einer Dienstgruppe der Berliner Polizei handeln, in dem sich mehr als 25 Beamte ausgetauscht haben sollen. Vor allem sieben Beamte hätten sich darin regelmäßig klar rassistisch geäußert, häufig in Form von vermeintlichen Witzen, heißt es in dem Bericht. Kollegen hätten die Äußerungen häufig mit Zustimmung kommentiert. Ein Vorgesetzter der Gruppe sei über rassistische Äußerungen im Chat informiert gewesen. In einer E-Mail habe er die Beamten aufgefordert, keine strafrechtlich relevanten Inhalte zu teilen.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte dazu laut Magazin: "Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, ist dies absolut inakzeptabel und hat nichts mit einer modernen, weltoffenen Hauptstadtpolizei zu tun."

Strafverfahren läuft

Die Berliner Polizei hat bereits ein Strafverfahren eingeleitet. "Den Informationen zufolge, die wir der aktuellen medialen Berichterstattung entnehmen konnten, wurde eine Chatgruppe zutage gefördert, in der disziplinarwürdige und strafbare Inhalte geteilt wurden", teilte das Präsidium am Donnerstagmorgen mit. "Mit Kenntnis des Sachverhalts haben wir unmittelbar ein Strafverfahren eingeleitet und die Ermittlungen aufgenommen."

Rassisten und Rassistinnen hätten "in unseren Reihen und in der Polizei im Allgemeinen keinen Platz", heißt es weiter. "Denn es ist unerträglich, solche unter uns zu wissen, die sich aufgrund ihrer Herkunft über andere erheben und den Ruf eines ganzen Berufsstandes schädigen."

(bl/dpa)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.