epa/Anatoly Maltsev

Moskaus Furcht vor einer Rezession

19.3.2020 1:13 Uhr

Der Ölcrash und die Coronavirus-Pandemie werden zunehmend zur Belastung der russischen Wirtschaft. Die Regierung in Moskau geht dabei von Verlusten in Milliardenhöhe aus.

"Alleine beim Öl und Gas rechnen wir angesichts der jetzigen Preise damit, dass die Einnahmen um knapp drei Billionen Rubel einbrechen werden", sagte der russische Finanzminister Anton Siluanow am Mittwoch in Moskau. Das wäre ein Einbruch von circa 35 Milliarden Euro für die bereits durch Sanktionen geschwächte Wirtschaft.

Land muss Reservefonds anbrechen

Um die Öl- und Gas-Branche zu schützen, müsse das Land auf die Reservefonds der Regierung zurückgreifen, sagte Siluanow. Aber auch die Wirtschaftszweige in den Regionen und auch kleinere Betriebe müssten unterstützt werden, sagte der Minister der Agentur Tass zufolge. "Ohne staatliche Unterstützung werden die Branchen einfach nicht überleben."

In Russland hatte sich Anfang März die wirtschaftliche Lage sehr verschärft durch den Crash der Ölpreise. Der Rubel verlor daraufhin gegenüber dem Euro und dem US-Dollar massiv an Wert. Noch im Januar gab es für einen Euro in den Wechselstuben 68 Rubel, am Mittwoch mehr als 86. Das war der schwächste Rubel-Wert seit rund vier Jahren.

Die russische Regierung hatte in der Coronavirus-Krise bereits angekündigt, die Wirtschaft mit einem Reservefonds von vorerst 300 Milliarden Rubel (rund 3,6 Mrd. Euro) zu unterstützen. Vor allem die Tourismusbranche und Fluglinien sind schwer betroffen.

(an/dpa)

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