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Moskau: Gespräche zwischen Taliban und afghanischen Politikern

5.2.2019 18:07 Uhr

In Moskau verhandeln die radikalislamischen Taliban und die afghanische Regierung über die Zukunft des Landes. Am Dienstag begann dazu in der russischen Hauptstadt eine zweitägige Konferenz.

Sie zähle mehr als 100 Teilnehmer, sagte Organisator Ghulam Mohammad Dschalal vom Forum der Afghanischen Gesellschaft in Russland der Nachrichtenagentur Interfax. Auch Ex-Präsident Hamid Karsai reiste an. Die Regierung in Kabul sei nicht vertreten, sagte Dschalal. Die Taliban, die mit zehn Vertretern dabei waren, lehnen nach wie vor Gespräche mit der afghanischen Regierung ab.

Regierung behertscht weniger als die Hälfte des Landes

Die Taliban greifen fast täglich Kontrollposten und Stützpunkte der afghanischen Sicherheitskräfte an. Nach Militärangaben beherrscht die Regierung inzwischen nur noch wenig mehr als die Hälfte der Bezirke des Landes. Weitere rund 30 Prozent sind umkämpft. In der Nacht zum Dienstag wurden mehr als 40 Sicherheitskräfte bei Taliban-Angriffen in Nordafghanistan getötet.

Dschalal sagte zum Auftakt der Konferenz, es gebe keine militärische Lösung in Afghanistan. Russlands Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete das Treffen als nützlich und begrüßte die Unterredung. Russland beteiligt sich aber nicht direkt an den Verhandlungen.

Videos in sozialen Medien zeigten, wie sich Teilnehmer der Taliban-Delegation und afghanische Politiker zum Auftakt umarmten. Manche Afghanen zuhause zeigten sich davon berührt. "Die Taliban haben so viele Menschen umgebracht, hätten sie das doch vor 20 Jahren schon gemacht", sagte ein Bewohner Kabuls.

Erstmals Konferenz mit Taliban im November

Im November hatte es in Moskau eine von der russischen Regierung organisierte internationale Afghanistan-Konferenz gegeben. Daran nahmen erstmals auch die Taliban teil. Sie verhandeln derzeit auch mit den USA. Der US-Sondergesandte Zalmay Khalilzad hatte nach den jüngsten Gesprächen im Golfemirat Katar Ende Januar von "bedeutenden Fortschritten" gesprochen. Es konnte allerdings noch keine Übereinkunft zu einer Waffenruhe erzielt werden.

(an/dpa)