Moskau droht der YPG

23.10.2019 11:59 Uhr

Nach der russisch-türkischen Einigung über eine gemeinsame Kontrolle von Grenzgebieten in Nordsyrien hat Moskau der Kurdenmiliz YPG gedroht. Sollte die Miliz mit ihren Waffen nicht aus den Gebieten abziehen, würden sich zwar die syrische Grenzwächter und die russische Militärpolizei zurückziehen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Tass zufolge. "Die verbleibenden kurdischen Formationen werden dann aber von der türkischen Armee in der Tat zermalmt."

Am Dienstagabend hatten sich Russland und die Türkei über einen weiteren Abzug der YPG aus Grenzgebieten geeinigt. In dem Abkommen wurde eine 150-Stunden-Frist (rund sechs Tage) für den Abzug der Kurdenmiliz YPG aus Grenzgebieten gesetzt.

Am Mittwoch ab 12.00 Uhr Ortszeit sollten laut der Vereinbarung russische Militärpolizei und syrische Grenzeinheiten dazu eingesetzt werden. Das läuft dann auf eine Waffenruhe hinaus. Dann soll es gemeinsame Patrouillen von Russland und der Türkei geben.

USA haben die Kurden "fallen gelassen"

Mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem Norden Syriens haben die USA nach den Worten von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow die Kurden "betrogen". Mehrere Jahre lang seien die USA die "engsten Verbündeten" der Kurden gewesen, sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin am Mittwoch russischen Nachrichtenagenturen. Kürzlich jedoch hätten die USA die Kurden "fallen gelassen" und damit "praktisch betrogen".

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Oktober den Abzug der US-Truppen aus dem Norden Syriens angekündigt. Die Türkei erhielt dadurch die Möglichkeit zu einer militärischen Offensive in den bislang von den syrischen Kurden kontrollierten Gebieten im Norden Syriens. Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geht es dabei um ein Zurückdrängen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die von der Türkei als "Terroristen" eingestuft werden.

(be/dpa/afp)

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