Symbolbild: imago images/Winfried Rothermel

Moskau bestellt deutschen Botschafter ein

12.12.2019 9:58 Uhr

Im Streit über die Ermittlungen nach dem Mord an einem Georgier in Berlin hat das russische Außenministerium den deutschen Botschafter einbestellt. Er wurde für Donnerstagvormittag ins Ministerium gerufen, wie russische Agenturen unter Berufung auf Kreise des Moskauer Außenamts berichten.

Möglich wäre, dass Russland zwei deutsche Diplomaten ausweist, nachdem Berlin zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft zu unerwünschten Personen erklärt hatte. Präsident Wladimir Putin hatte eine "spiegelgenaue" Reaktion angekündigt.

Mangelnde Kooperation der Russen

Die Bundesregierung wirft Russland fehlende Kooperation bei der Aufklärung der Bluttat vor. Der 40-jährige Georgier, der in der russischen Teilrepublik Tschetschenien auf Seite der Separatisten gekämpft haben soll, war am 23. August in Berlin von hinten erschossen worden. Der mutmaßliche Täter, ein Russe, wurde gefasst. Er sitzt seither in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. Die Bundesanwaltschaft verdächtigt staatliche Stellen in Russland oder in der Teilrepublik Tschetschenien, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Die Behörde hat deshalb die Ermittlungen übernommen.

Putin hat den Erschossenen als "Banditen" und "Mörder" bezeichnet und für einen Terroranschlag auf die Moskauer Metro verantwortlich gemacht. Den deutschen Behörden warf er vor, den Mann trotz entsprechender Gesuche nicht ausgeliefert zu haben. Aus der Bundesregierung hieß es, ein solches Ersuchen sei gar nicht bekannt.

Außerdem hat Moskau zwei deutsche Diplomaten des Landes verwiesen. Die Mitarbeiter haben sieben Tage Zeit, das Land zu verlassen, wie das Außenministerium in Moskau am Donnerstag mitteilte.

(an/dpa)

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