Hürriyet

Moscheen gründlich desinfiziert: Massengebete sind in der Türkei wieder erlaubt

28.5.2020 22:11 Uhr

Die Corona-Maßnahmen werden in der Türkei immer weiter gelockert, die Menschen kommen nach wochenlangen Ausgehverboten langsam wieder aus ihren Wohnungen raus an die frische Luft. Nun sind landesweit auch wieder Massenpredigten in den Moscheen erlaubt, die mit den Freitagsgebeten erstmals wieder stattfinden.

Moscheen in der ganzen Türkei haben die letzten Vorbereitungen getroffen, um die Gläubigen nach zweieinhalb Monaten Zwangspause wieder zu empfangen. So beispielsweise in Istanbul: Die weltberühmte Süleymaniye-Moschee, eines der bekanntesten Werke der osmanischen Architektur, wurde von städtischen Teams gründlich desinfiziert.

Gefährdete Stellen gleich mehrmals desinfiziert

Um auf Nummer sicher zu gehen, besprühten die Teams vor allem Stellen, an denen sich immer viele Menschen aufhalten. Rosenkränze, Säulen, Ein- und Ausgänge sowie die Gebetsteppiche, auf denen die Gläubigen ihre Hände und Köpfe ablegen, wurden gleich mehrmals gereinigt. Ähnlich liefen die Vorbereitungen in der vor allem bei Touristen sehr beliebten Sultanahmet-Moschee im europäischen Teil der Bosporus-Metropole.

Für die nun wieder geöffneten Moscheen existiert ein Rahmen-Hygieneplan, der an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden kann. Yusuf Serenli, Prediger der Selimiye-Moschee in der nordwestlichen Provinz Edirne, erklärt die wesentlichen Punkte: "Wer in die Moschee kommt, muss seinen eigenen Teppich mitbringen. Und ohne Schutzmaske ist der Eintritt verboten."

Laut einen Rundschreibens des Innenministeriums an die 81 Provinzen in der Türkei darf zudem vorerst nur mittags, nachmittags und am Freitag gemeinsam mit der Gemeinde gebetet werden. Wer zu einer anderen Zeit ein Gotteshaus besuchen will oder muss, für den soll eine individuelle Lösung gefunden werden.

Aus Moschee wird Lebensmittel-Ausgabe für Arme

Zu Beginn der Corona-Pandemie waren am 19. März alle Moscheen landesweit geschlossen worden. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bereits angekündigt, dass ab dem 29. Mai Massengebete wieder erlaubt sein sollen.

Einige Moscheenbetreiber in Istanbul machten während der Zwangspause aus der Not eine Tugend und verwandelten ihre Gebetsstätte kurzerhand zu einer Lebensmittel-Ausgabe für Arme. Die Regale, die normalerweise für die Schuhe der Gläubigen reserviert sind, waren voll mit Brot, Nudeln oder Keksen.

(bl)

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