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Mosambik: "Wir sitzen auf einer tickenden Zeitbombe"

26.3.2019 0:08 Uhr

Das Rote Kreuz befürchtet nach dem verheerenden Wirbelsturm "Idai" den Ausbruch lebensgefährlicher Krankheiten in den betroffenen Ländern Mosambik, Simbabwe und Malawi. "Wir sitzen auf einer tickenden Zeitbombe", sagte der Präsident der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRK), Elhadj As Sy, am Montag in Genf.

Hunderttausende Menschen seien dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonderes Augenmerk müsse dabei auf Hygiene-Einrichtungen und sauberes Wasser gelegt werden, sagte der IFRK-Präsident. Es bestehe ein "hohes Risiko für durch Wasser übertragbare Krankheiten" wie Cholera oder Typhus. Die Regierung in Mosambik habe bereits Cholera-Verdachtsfälle registriert. Er könne diese Fälle jedoch noch nicht bestätigen, sagte Sy. "Wir bereiten uns schon auf das Schlimmste vor."

Mit Qualität und Schnelligkeit gegen Epidemien

Dies könne allerdings immer noch verhindert werden, betonte Sy. "Deshalb schlage ich Alarm. Viele über Wasser übertragbare Krankheiten sind ein großes Risiko, aber sie sind vermeidbar." Ob es zu Epidemien komme, hänge von der Qualität und Schnelligkeit der Hilfe vor Ort ab.

Die Ausbreitung von Tropensturm "Idai" (Bild: imago/ZUMA Press).

Mehr als zwei Millionen Menschen sind von den Folgen des Wirbelsturms betroffen, der vor zehn Tagen über das südliche Afrika zog. Die Behörden gehen von mindestens 705 Toten aus, in Mosambik und Simbabwe werden zudem mehrere hundert Menschen noch vermisst.

(an/dpa)