Hürriyet

Mordfall Sule Cet: Lange Haftstrafen für Täter

4.12.2019 13:00 Uhr

Am 28. Mai 2018 wurde die Textildesign-Studentin Sule Cet vergewaltigt und zur Verdeckung der Straftat aus dem 20. Stockwerk eines Wolkenkratzers in der türkischen Hauptstadt Ankara geworfen. Am Mittwoch verurteilte ein Gericht in Ankara die beiden Täter Cagatay A. und Berk A. zu hohen Haftstrafen.

Berk A. wurde wegen Mordes, Vergewaltigung und Freiheitsberaubung zu 18 Jahren und neun Monaten verurteilt. Sein Komplize Cagatay A. erhielt als Beihelfer eine Gefängnisstrafe von 12 Jahren und sechs Monaten.

Absprachen zwischen den Beklagten

Während der Gerichtsverhandlung kamen Dokumente zum Vorschein, die darauf schließen lassen, dass die Angeklagten sich in Verhandlungsfragen abgesprochen haben. So schrieb Cagatay A. zu Berk A.: "Entweder wir kommen gemeinsam raus oder fallen gemeinsam".

Festgehalten, vergewaltigt, getötet

Die 23-jährige Textildesign-Studentin Sule Cet arbeitete als Assistentin von Cagatay A., bevor sie gekündigt wurde. Am Tag ihres Todes lud A. Sule Cet zu einem Abendessen ein, um ihre berufliche Situation zu besprechen. Nach dem Abendessen gingen alle drei gemeinsam in die Wohnung von Cagatay A., wo es zu der Tat kam.

Cagatay A. sagte aus, dass Sule Cet gegen vier Uhr morgens Selbstmord beging, indem sie aus dem Fenster der im 20. Stock eines Wolkenkratzers liegenden Wohnung im Bezirk Cankaya sprang. Doch zwei Stunden vor ihrem Tod schrieb Sule Cet eine SMS an eine Freundin, die besagte: "Ich komme hier nicht raus. Er lässt mich nicht gehen. Er ist besessen von mir."

Abwehrspuren und Blutergüsse

Forensische Beweise zeigten bereits früh im Prozess auf, dass Sule Cet vor ihrem Tod zu Analsex gezwungen wurde. Unter neun ihrer Fingernägel fanden sich DNA-Spuren des Täters, Blutergüsse an ihrem Körper ließen darauf schließen, dass sich die junge Frau gewehrt haben musste.

Des Weiteren wurden während der Autpsie Sperma-Spuren auf ihrem Körper sowie Speichelspuren in ihrer Analregion festgestellt. Cagatay Akus behauptete bis zum Schluss, dass Sule Cet Selbstmord beging und er versuchte, sie davon abzuhalten, während sein Komplize Berk A. im Nebenraum schlief. Es wurden jedoch keinerlei Fingerabdrücke am Fenster gefunden, die seine Behauptung hätten stützen können. Cagatay A. und Berk A. bleiben im Gefängnis.

(Berna Ehrhardt)

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