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Mongolei: Proteste bei -25 Grad

28.12.2018 21:09 Uhr

Tausende Mongolen sind bei eisigen Temperaturen in der Hauptstadt Ulan Bator gegen Korruption auf die Straße gegangen.

Nach Angaben der Organisatoren beteiligten sich in der Hauptstadt Ulan Bator etwa 25.000 Menschen am Donnerstag an einer der größten Kundgebungen in der Geschichte des Landes. Die Polizei sprach von 5000 Demonstranten. Diese forderten auch den Rücktritt des unter Korruptionsverdacht stehenden Parlamentsvorsitzenden Enkhbold Miyegombo.

Land in viele Teile zerbrochen?

"Der Reichtum unseres Landes wurde gestohlen", sagte der Abgeordnete Batzandan Jambalsuren bei seiner Rede zu Beginn der Kundgebung. Die beiden größten Parteien der Mongolei und der Parlamentsvorsitzende hätten "das Land in viele Teile zerbrochen". Enkhbold wird vorgeworfen, wichtige Regierungsämter für umgerechnet mehr als 21 Millionen Euro verkauft zu haben.

Gleich mehrere Korruptionsaffären

Die Mongolei wurde in diesem Jahr durch mehrere Korruptionsaffären erschüttert. Hochrangigen Politikern wurden der Veruntreuung von Staatsgeldern verdächtigt. Das Land ist seit dem Übergag zur Demokratie im Jahr 1992 zudem durch politische Instabilität und häufig wechselnde Regierungen geprägt. Im Korruptionsindex von Transparency International rutschte die Mongolei im Jahr 2017 auf Platz 103 von 180 Staaten ab.

(be/afp)