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Moncef Kartas kommt aus tunesischem Gefängnis frei

21.5.2019 23:56 Uhr

Der UN-Experte Moncef Kartas wurde vor zwei Monaten bei seiner Einreise nach Tunesien wegen Spionageverdachts festgenommen. Jetzt kommt der Deutsch-Tunesier vorerst frei. Unklar ist zu diesem Zeitpunkt jedoch, ob er das Land verlassen darf.

Ein tunesisches Gericht habe entschieden, den Deutsch-Tunesier vorläufig freizulassen, teilten dessen Anwälte mit. Kartas war vor zwei Monaten bei der Einreise nach Tunesien festgenommen worden. Die Vereinten Nationen hatten immer wieder auf die diplomatische Immunität von Kartas verwiesen. Unklar ist, ob er das Land verlassen darf.

Kartas ist Mitglied des Expertenrates der UN, der das Waffenembargo gegen Libyen untersucht. Er war am 26. März bei der Einreise nach Tunesien festgenommen worden, ein Anti-Terror-Gericht hatte Haftbefehl gegen den UN-Diplomaten erlassen. Kartas und einer weiteren Person wird von den tunesischen Behörden die illegale Weitergabe geheimer Informationen vorgeworfen.

Deutschland erleichtert

Im Auswärtigen Amt in Berlin zeigte man sich erleichtert angesichts der Freilassung. Die Immunität von UN-Mitarbeitern und Experten sei ein hohes Gut und müsse von allen respektiert werden, sagte eine Sprecherin. Im UN-Sicherheitsrat in New York habe Deutschland noch einmal betont, wie wichtig die Überwachung des Waffenembargos für Libyen sei. Die andauernden Verletzungen des Embargos trügen zur Verschlimmerung der humanitären Lage bei. In Tunesiens Nachbarland Libyen kämpfen nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi zahlreiche Milizen um die Macht.

(be/dpa)

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