Symbolbild: imago/Ralph Peters

Mohamed Abou-Taam, Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes, soll Millionen veruntreut haben

1.3.2019 16:01 Uhr

Dem erst jüngst gefeuerten Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes in Hannover, Mohamed Abou-Taam, werden Unterschlagungen in Millionenhöhe vorgeworfen. Das Geld soll aus dem Etat für Flüchtlinge stammen. Gegen den Mann werde wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall ermittelt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Außerdem würden dem 46-Jährigen Bestechlichkeit und Bestechung vorgeworfen.

"Es besteht der dringende Tatverdacht, dass der Mann fiktive Rechnungen gestellt hat", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. "In Absprache mit dem Betreiber eines Sicherheitsdiensts für Bewachungsleistungen in Flüchtlingsunterkünften wurden insgesamt mehr als drei Millionen Euro abgerechnet. Nach unseren Erkenntnissen wurden die abgerechneten Leistungen nie erbracht."

Mohamed Abou-Taam bestreite die Vorwürfe und sitze in Untersuchungshaft, sagte Klinge. Gegen einen Tatverdächtigen von dem Sicherheitsdienst werde ebenfalls ermittelt, doch sei er nicht in U-Haft genommen worden. Am Mittwoch waren bei Durchsuchungen im Raum Hannover zahlreiche Datenträger und Unterlagen sichergestellt worden, wie die "Bild"-Zeitung berichtete.

Keine Stellungnahme wegen laufender Ermittlungen

Der ASB hat dem Mitarbeiter gekündigt, wie der Verband mitteilte. Ebenso wurden auf der Homepage vom ASB sämtliche Querverweise auf Mohamed Abou-Taam gelöscht.


Screenshot Homepage ASB-Hannover
So sah das vorher aus

Solange die Ermittlungen laufen, werde man zu dem Verdacht keine Stellung beziehen. "Der ASB wird selbstverständlich vollumfänglich kooperieren und unterstützt die behördlichen Ermittlungen", sagte Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch. Unabhängig von den polizeilichen Ermittlungen werde man die ASB-internen Kontrollmechanismen auf den Prüfstand stellen und gegebenenfalls anpassen.

(an/dpa)