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Mörder stirbt kurz vor Freilassung an Coronavirus

20.4.2020 23:44 Uhr

Tragischer kann es kaum sein: 43 Jahre saß William Garrison im US-Bundesstaat Michigan im Gefängnis. Eigentlich sollte der 60-Jährige im Mai entlassen werden, doch dazu kam es nicht mehr. Laut eines Berichts der "Detroit Free Press" starb er nun an Covid-19 - dabei hätte alles ganz anders kommen können.

Rückblick: 1976 hatte Garrison als 16-jähriger bei einem Raubüberfall einen Mann getötet und war dazu lebenslänglich in den Knast gewandert. Damals war er ein Analphabet, musste sich rechnen und schreiben selbst beibringen. Im Januar dieses Jahr wurde seine Strafe dann wegen Jahrzehnte langer guter Führung reduziert. Eigentlich könnte er jetzt schon auf Bewährung frei sein, er wollte seine Strafe aber bis zum Ende absitzen.

Röchelnd auf dem Boden

Doch als sich das Coronavirus auch in den Gefängnissen von Michigan immer weiter ausbreitete, bekam Garrison offenbar Panik und wollte doch früher aus der Haft. Sein Antrag wurde auch genehmigt, zwischenzeitlich hatte er sich jedoch mit dem Coronavirus infiziert. Garrison gehörte zu einer Risikogruppe, da er in seiner Kindheit an einer Lungenkrankheit litt.

Vor gut einer Woche fanden Mithäftlinge den Mann, der röchelnd auf dem Boden lag. Er starb später in Krankenhaus. Während ein Gefängnis-Sprecher den Fall als "rundum unglücklich" bezeichnete, konnte Garrisons Schwester die Tragik kaum fassen. Sie wollte ihren Bruder eigentlich nach der Entlassung bei sich aufnehmen. "Dass William so sterben musste, ist unendlich traurig."

(bl)

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