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Modehersteller Gerry Weber muss 120 Läden schließen

5.4.2019 23:37 Uhr

Für seine "Neupositionierung" schließt Gerry Weber umgehend 120 Geschäfte in Deutschland. Für die 454 Mitarbeiter gibt es Abfindungen und Transferangebote. Es handelt sich dabei um 300 abgebaute Stellen in den Läden selbst, und rund 150 in der Verwaltung des in Finanznot geratenen Unternehmens. Die Umstrukturierung des Unternehmens werde bis Ende 2021 abgeschlossen sein, so das westfälische Unternehmen am Freitag. Die Maßnahmen würden "umgehend umgesetzt", hieß es.

Im laufenden Geschäftsjahr entfallen für alle Beschäftigten Jahressonderzahlungen und Urlaubsgeld. Die Finanzierung des Geschäftsbetriebs sei bis in das Jahr 2020 hinein gesichert, betonte das Unternehmen. Europaweit bleibe es bei den Plänen, insgesamt 180 Läden mit der entsprechenden Zahl von Mitarbeitern zu schließen.

Gerry Weber mit Rückenwind?

Gerry Weber spüre schon jetzt Rückenwind im Markt durch die bereits ergriffenen Maßnahmen zur Neupositionierung, sagte Vorstandschef Johannes Ehling. "Die Effekte aus den leider unverzichtbaren Sanierungsmaßnahmen werden diesen Rückenwind sicherlich verstärken."

Die Muttergesellschaft Gerry Weber International mit rund 580 Mitarbeitern hatte im Januar beim Amtsgericht Bielefeld Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt - mit dem erklärten Ziel, das Unternehmen zu sanieren. Betroffen von dem Insolvenzantrag war zunächst nur die Muttergesellschaft mit den Marken Taifun und Samoon. Für die 100-prozentige Tochter Gerry Weber Retail werde die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung für Anfang Mai 2019 erwartet, teilte das Unternehmen mit.

(be/dpa)