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Mitten im Spiel! Kurioser Klub-Wechsel von Nowitzki-Kumpel

7.2.2019 11:30 Uhr

Mehr als 20 Jahre spielt Dirk Nowitzki nun schon in der NBA. Doch so ein verrücktes Tauschgeschäft hat selbst er noch nicht erlebt. Während der laufenden Partie gegen die Charlotte Hornets wurde der Abgang seines Kumpels Harrison Barnes bei den Dallas Mavericks bekannt.

"Ich saß auf der Bank, als ich es herausgefunden habe", berichtete der frisch geduschte Nowitzki nach dem 99:93-Sieg über den auch für ihn verblüffenden Wechsel. "Ich bin enttäuscht für meinen Jungen, jeder weiß, wie eng wir uns standen. Wir werden ihn vermissen."

Auch Trainer Rick Carlisle kalt erwischt

Die Stimmung in der blau-erleuchteten Mavs-Kabine war trotz des sportlichen Erfolgs spürbar gedrückt. Mitarbeiter räumten die Sachen aus dem Spind von Barnes, als sich Nowitzki direkt daneben anzog.

Coach Rick Carlisle wurde vom Management keine 24 Stunden vor Transferschluss nach eigener Aussage ebenfalls kalt erwischt. In den ersten drei Vierteln stand der 26 Jahre alte Stammspieler Barnes noch auf dem Feld, dann verbreitete sich die Nachricht vom Wechsel zu den Sacramento Kings rasant im American Airlines Center. "Deshalb hat er zum Ende nicht mehr gespielt", sagte Carlisle.

"Er ist so ein guter Typ"

Kurz nach Nowitzki und Maxi Kleber, dem zweiten deutschen Mavs-Profi, kam Barnes das letzte Mal als Dallas-Profi vom Spielfeld und hatte auf dem Weg in die Kabine sein Trikot schon ausgezogen. Obwohl er von seinem erzwungenen Abschied aus Texas erfuhr, hatte der Flügelspieler seine alten Teamkollegen bis zum Schluss weiter angefeuert. "Er ist ein besserer Mann als ich - jeder andere wäre abgehauen", gestand Nowitzki. "Er ist so ein guter Typ."

Barnes bedankte sich via Instagram für zweieinhalb Jahre in Dallas. Sein Agent Jeff Schwartz sagte ESPN, dass der Spieler trotz kurzfristiger Gespräche über den möglichen Wechsel habe auflaufen wollen - während der Partie kam der Abschluss. "Das habe ich noch nie erlebt", sagte Charlottes Nicolas Batum erstaunt.

"Diese Woche war wie ein Zoo"

Die Mavs erhalten im Tausch von den Kings Zach Randolph und Justin Jackson. Vor allem haben sie im kommenden Sommer mehr Geld, um Neuzugänge zu holen. "Das ist verrückt im Moment. Diese Woche war wie ein Zoo", sagte Carlisle, äußerte aber Verständnis. "Es ist ein dynamisches Geschäft und du nimmst die Dinge wie sie passieren." Zuletzt hatte Dallas in einem Tauschgeschäft mit sieben involvierten Spielern Jungstar Kristaps Porzingis von den New York Knicks geholt.

Auch der frühere Bayernprofi Kleber zeigte sich vom Abgang Barnes' getroffen. "Es ist sehr frustrierend für mich, weil Harrison einer meiner engsten Freunde hier war, einer der besten Profis, die ich je als Teamkollege hatte", sagte der 27-Jährige. Da Dallas vor der Saison den slowenischen Europameister Luka Doncic in der Draft geholt hatte, besitzt der Meister von 2011 nun trotz des aktuellen Tabellenplatzes hinter den Playoffrängen mittelfristig beste Aussichten.

Superstar LeBron James wütend

Trotz des grundsätzlichen Verständnisses für die geschäftliche Seite kommentierte LeBron James die Art des Deals wütend. "Lasst mich raten, es ist cool, weil sie das machen müssen, was für das Team richtig ist???", schrieb der Superstar der Los Angeles Lakers. "Sie haben den Mann getradet, während er buchstäblich gespielt hat und NULL Ahnung hatte." Zumindest finanziell trägt Barnes keinen Schaden: Kommende Saison kann er mehr als 25 Millionen US-Dollar verdienen.

(bl/dpa)