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Mitarbeiterüberwachung in Zeiten von Corona – Unternehmen beauftragen zunehmend externe Dienstleister

14.1.2021 9:24 Uhr

Seit Anfang 2020 hält das Coronavirus die Welt in Atem. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, beschlossen die Regierungen vieler Länder einschneidende Maßnahmen. Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind jedoch trotzdem offensichtlich. In nahezu allen Wirtschaftsbereichen mussten Unternehmen teils massive Rückgänge ihrer Einnahmen hinnehmen, viele kämpfen gar ums Überleben. Millionen von Arbeitnehmern waren oder sind in Kurzarbeit.

Zahlreiche Unternehmen schickten ihre Mitarbeiter ins Homeoffice, sofern möglich. Dem Ernst der Lage zum Trotz nutzen einige die neu gewonnene „Freiheit“ unredlich aus, was jedoch nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Arbeitgeber zu ernsten Konsequenzen führen kann. Diese greifen bei konkreten Verdachtsfällen daher immer öfter auf externe Dienstleister zur Mitarbeiterüberwachung zurück.

Verstöße gegen Quarantäne-Auflagen können für Arbeitgeber teuer werden

Aufgrund der hohen Infektionsgefahr mussten und müssen sich Menschen zeitweise in Quarantäne begeben, um eine Infektion auszuschließen bzw. die unwissentliche Weitergabe des Virus zu verhindern. Schulen und Kindertagesstätten sind zeitweise komplett geschlossen und vielen Unternehmen ist das Aufrechterhalten des Geschäftsbetriebes nur unter sehr strengen Hygieneauflagen erlaubt. Regelverstöße können unter Umständen zur Schließung ganzer Betriebe führen. Für Arbeitgeber ist es daher oftmals wirtschaftlich essenziell, dass sich ihre Mitarbeiter an die geltenden Vorgaben halten. Bei begründetem Verdacht, dass ein Angestellter gegen behördliche Maßnahmen oder Anordnungen verstößt, setzen Unternehmen daher immer häufiger auf professionelle Detekteien – nicht selten mit Erfolg. So kann beispielsweise ein Mitarbeiter der Lentz beispielsweise Detektei Frankfurt am Main von einem brisanten Fall berichten, bei dem ein zur Werksfeuerwehr eines Unternehmens gehörender Mitarbeiter in vorbeugende Quarantäne gehen sollte. Stattdessen hielt er sich aber zeitweise in seinem kilometerweit entfernten Ferienhaus auf, besuchte Freunde und Familie und erledigte Einkäufe. Im schlimmsten Fall hätte er bei einer Infektion die gesamte Werksfeuerwehr außer Gefecht setzen können – das gesamte Werk mit tausenden Mitarbeitern wäre betroffen gewesen.

Arbeitnehmer in Kurzarbeit und Homeoffice – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Am Höhepunkt im März 2020 beantragten rund 750.000 Betriebe Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit. Darüber hinaus erlaubten viele Arbeitgeber ihren Angestellten von zu Hause aus zu arbeiten. In beiden Fällen ist der Arbeitgeber darauf angewiesen, dass die Beschäftigten sich an die arbeitsrechtlichen Regelungen halten. Der allergrößte Teil der betroffenen Beschäftigten tut das auch. Doch auch diesbezüglich häufen sich Berichte über schwarze Schafe, die den Kontrollverlust ihrer Arbeitgeber schamlos ausnutzen. In vielen Fällen kassierten die überführten Übeltäter neben dem Kurzarbeitergeld noch weiteres Einkommen aus Schwarzarbeit. Häufig rechneten die Beschäftigten auch Arbeitszeit ab, ohne eine Gegenleistung zu erbringen. Stattdessen wurden private Dinge erledigt oder man machte es sich beim Blaumachen auf dem Campingplatz gemütlich. Nicht erbrachte Arbeitsleistung ist für die oftmals ohnehin angeschlagenen Unternehmen ein beträchtlicher Kostenfaktor, für den keine Gegenleistung auf der Habenseite steht. Die Beauftragung professioneller Privatermittler kommt für Arbeitgeber bei begründetem Verdacht daher immer häufiger in Betracht.

Strenge Auflagen vom Gesetzgeber – Mitarbeiterüberwachung in Deutschland trotzdem zulässig

Prinzipiell ist die Mitarbeiterüberwachung in Deutschland vom Gesetzgeber stark reglementiert. Eine pauschale Kontrolle ohne vorherige Zustimmung des Mitarbeiters ist in der Regel unzulässig. Besteht jedoch ein berechtigtes Interesse seitens des Arbeitgebers, das auf einem konkreten Verdacht beruht, kann der Arbeitgeber durchaus eine Überwachung des betroffenen Mitarbeiters veranlassen. Im Fall des bereits erwähnten Feuerwehrmannes machte den Arbeitgeber beispielsweise stutzig, dass dieser fünf Stunden benötigte, um nach seiner Einbestellung im Betrieb zu erscheinen. In anderen Fällen waren Mitarbeiter für den Arbeitgeber nur schwer oder unregelmäßig während der Arbeitszeit erreichbar. Und auch ein ungewöhnlich starker Abfall der Arbeitsleistung kann einen Anfangsverdacht für Arbeitszeitmissbrauch seitens des Arbeitnehmers sein.

(Hürriyet.de)

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