epa/Michael Reynolds

Mit Internierungslager gegen Terrorismus

30.7.2019 21:14 Uhr

Nach eigenen Angaben will China einen Großteil der Insassen seiner Umerzeihungslager in der westlichen Provinz Xinjiang entlassen haben. Dem widersprechen jedoch zahlreiche betroffene Familien und Menschenrechtsorganisationen.

"Die meisten von ihnen haben ihre Kurse abgeschlossen und Arbeit gefunde"», sagte Alken Tuniaz, ein hochrangiger Beamter aus Xinjiang, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Peking. Auf die Frage, wie viele Menschen sich in den Zentren befinden, machte er keine genauen Angaben. Es gebe immer wieder Zu- und Abgänge.

"Wegweisender" Ansatz zur Terrorbekämpfung

Bei den Einrichtungen handele es sich um einen "wegweisenden" Ansatz zur Terrorismusbekämpfung, sagte Shohrat Zakir, Gouverneur der Region. China hatte die umstrittenen Lager schon zuvor immer wieder als "Bildungs- und Trainingszentren" verteidigt, die dem Kampf gegen den Terrorismus dienen sollen. Ihre Ziele seien unter anderem die Erziehung und Rehabilitierung der Insassen.

Menschenrechtsorganisationen und ausländische Regierungen sprechen dagegen von brutalen Umerziehungslagern. Darin sollen bis zu einer Million Menschen - oder sogar mehr - inhaftiert sein. Die meisten Betroffenen gehören nach Angaben von Entlassenen muslimischen Minderheiten an, viele sind Uiguren.

Es gibt nach Schätzungen etwa zehn Millionen Uiguren in China. Sie sind ethnisch mit den Türken verwandt. In Xinjiang gab es jahrelang blutige Zwischenfälle. Uiguren und viele andere Minderheiten fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt und ausgebeutet. Die Regierung wirft uigurischen Gruppen Separatismus vor.

(an/dpa)

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