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Missbrauchsfall Lügde: Zahl der Opfer auf 34 gestiegen

14.3.2019 17:47 Uhr

Die Zahl der Opfer ist im Missbrauchsfall von Lügde auf mindestens 34 gestiegen. Bei 14 weiteren Personen bestehe der Verdacht, dass auch sie Opfer des vielfachen Missbrauchs auf einem Campingplatz in Nordrhein-Westfalen geworden sein könnten, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags.

Es sei demnach denkbar, dass die Opferzahl weiter steigen könnte. Bislang waren die Ermittler von mindestens 31 Opfern ausgegangen. Drei Hauptverdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte es seit 2008 auf dem Campingplatz mehr als 1000 Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen gegeben. Zudem gibt es laut Reul Hinweise, dass der Hauptverdächtige schon 2002 ein damals achtjähriges Mädchen missbraucht haben soll.

NRW-Innenminister Reul schließt weitere Pannen im Fall Lügde nicht aus

Es sei laut Herbert Reul nicht auszuschließen, dass noch mehr Beweismaterial bei den Untersuchungen zu den tausendfachen Missbrauchsfällen verschwunden ist oder manipuliert wurde. Das geht aus Antworten des CDU-Politikers auf Fragen der SPD-Opposition für eine Sitzung des Innenausschusses am Donnerstag hervor. Zuvor hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet.

Nach massiven Versäumnissen bei der Ermittlungsarbeit der zunächst zuständigen Kreispolizei Lippe hatte sich der Fall zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. So verschwanden 155 Datenträger aus einem nicht gesicherten Raum bei der Polizei Lippe. Der Verlust wurde erst Wochen später bemerkt. Die Staatsanwaltschaft Detmold habe inzwischen ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Diebstahls eröffnet, erklärte Reul.

Aus Antworten auf Fragen der oppositionellen Grünen geht hervor, dass die Polizei Lippe am 11. Januar erstmals berichtet hatte, dass 30 oder mehr Kinder Opfer des Missbrauchs sein könnten. Trotz des Ausmaßes übertrug das Innenministerium erst rund drei Wochen später die Ermittlungen auf die personell besser ausgestattete Polizei in Bielefeld.

(gi/dpa)