Symbolbild: imago images/Kickner

Ministerin wegen Namensstreit gefeuert

16.2.2020 18:42 Uhr

Weil sie auf einer Pressekonferenz vor einem Banner mit dem alten Landesnamen "Republik Mazedonien" gestanden hat, musste eine nordmazedonischen Ministerin ihren Hut nehmen. Für die Entlassung von Rasela Mizrahi aus ihrem Amt stimmte das nordmazedonische Parlament in der Nacht zum Sonntag mit 62 zu 26 Stimmen, wie Medien in der Hauptstadt Skopje berichteten.

Die Republik Mazedonien hatte sich vor einem Jahr in Republik Nordmazedonien umbenannt. Damit legte das kleine Balkanland den jahrzehntelangen Namensstreit mit dem südlichen Nachbarn Griechenland bei. Dieser hatte den alten Landesnamen stets abgelehnt, weil eine eigene Provinz im Norden gleichfalls Mazedonien heißt. Als EU- und Nato-Mitglied hatte Griechenland die Annäherung Skopjes an die euro-atlantischen Integrationen blockiert. Mit der Änderung des Landesnamens gab Athen die Blockade auf.

Ministerin gehört der nationalistischen VMRO-DPMNE-Partei

Die entlassene Ministerin gehört der nationalistischen VMRO-DPMNE-Partei an, die die Namensänderung ablehnt. Auf ihre öffentliche Zurschaustellung des alten Landesnamens hatte Athen umgehend protestiert. Übergangsministerpräsident Oliver Spasovski beantragte die Entlassung Mizrahis, weil sie gegen die Verfassung verstoßen und die euro-atlantische Zukunft des Lands aufs Spiel gesetzt habe.

In Nordmazedonien amtiert seit Jahresbeginn eine vom Sozialdemokraten Spasovski geführte Übergangsregierung, der auch Vertreter der oppositionellen VMRO-DPMNE angehören. Das Kabinett soll das Land in vorgezogene Parlamentswahlen am 12. April führen.

(an/dpa)

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