Minister: 30.000 türkische Frauen reichten Beschwerden über häusliche Gewalt ein

21.7.2020 13:37 Uhr

Rund 30.601 Frauen haben nach Angaben des türkischen Innenministers ab Anfang Juni 2020 über eine speziell dafür erstellte mobile Anwendung Beschwerden wegen häuslicher Gewalt eingereicht, berichtete die türkische Tageszeitung Milliyet.

Innenminister Süleyman Soylu antwortete auf eine parlamentarische Anfrage der stellvertretenden Abgeordneten der Republikanischen Volkspartei (CHP) Istanbul, Gamze Akkus Ilgezdi. Dabei stellte er fest, dass seit dem 2. Juli rund 453.012 Personen den Antrag auf sofortige Unterstützung von Frauen (KADES) heruntergeladen haben. Soylu sagte, dass bereits rund 30.601 Frauen Beschwerden über die Anwendung eingereicht hätten, die am 24. März 2018 in Kraft trat. Sie wird bereits seit zwei Jahren verwendet. Der Minister fügte hinzu, dass Frauen, die Gewalt ausgesetzt waren, ihren Standort in Notsituationen mit „einem Knopf“ der Applikation über ihr Mobiltelefon teilen können.

Reaktion Ilgezdis auf Soylus Angaben

Als Antwort auf die Angaben von Soylu teilte die CHP-Abgeordnete mit, dass durchschnittlich 38 Frauen am Tag die Behörden über Gewalt mit einer mobilen App namens „Panic Button“ informieren. Ilgezdi wies auch darauf hin, dass die Frauen, die mit der Anwendung um Hilfe baten, über die erforderlichen Mittel verfügten, beispielsweise über den Besitz eines Smartphones.

Was ist aber nun mit den Frauen, die sich keins leisten können oder keins benutzen? Sie geht davon aus, dass „die nicht enthüllten Daten“ - die sogenannte Dunkelziffer - viel höher sind und ein tiefgreifenderes Problem der Gesellschaft darstellen.

(gi)

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