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Mindestlohn für Auszubildenden erwogen

2.4.2019 19:25 Uhr

Für eine Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro hat sich nun das Bundesbildungsministerium ausgesprochen. Nach dieser Mindestsumme im ersten Ausbildungsjahr sollen Azubis dem Vorschlag zufolge im zweiten Lehrjahr 615 und im dritten 715 Euro erhalten.

Auf diese Summen hätten sich Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer und der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann verständigt, berichtete der "Tagesspiegel". Das Haus von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) habe den Vorschlag erhalten, teilte ein Sprecher mit. "Dieser wird von uns nun geprüft." Während der laufenden Abstimmungen innerhalb der Bundesregierung könne er keine weitere Stellung nehmen.

Vorschlag der Sozialpartner

Bei der geplanten Novelle des Berufsbildungsgesetzes hatte Karliczek zunächst eine geringere Mindestvergütung vorgesehen. So sollten Azubis im ersten Lehrjahr mindestens 504 Euro erhalten. Der Koalitionspartner SPD hatte dies als unzureichend kritisiert. Karliczek hatte laut "Tagesspiegel" daraufhin die Sozialpartner um einen Vorschlag gebeten.

In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD die Einführung einer Mindestausbildungsvergütung verabredet. Laut Ausbildungsreport 2018 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) bekommen zum Beispiel angehende Tischler 573 Euro im ersten Jahr, Friseure nur 406 Euro. Bankkaufleute schneiden beispielsweise weit besser ab - etwa im dritten Lehrjahr mit 1028 Euro. In der Novelle sind noch weitere Schritte für eine Stärkung der Ausbildung vorgesehen, etwa eine Vereinheitlichung bei den Abschlüssen.

(an/dpa)