Symbolbild: imago images / Robert Michael

Mindestens 65 Tote bei Bootsunglück

10.5.2019 21:06 Uhr

Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR sind bei einem Bootsunglück 45 Seemeilen vor der tunesischen Küstenstadt Sfax Dutzende Menschen gestorben. 16 konnten gerettet werden.

Das Boot, mit dem die Migranten nach Europa gelangen wollten, sei rund 83 Kilometer vor der Küste untergegangen, teilte die Organisation am Freitag mit. Es handele sich um den schlimmsten Zwischenfall seit mehreren Monaten. Die tunesische Nachrichtenagentur TAP sprach mit Verweis auf lokale Behörden von mindestens 70 Toten.

Fischer, die sich in der Nähe des Unglücksortes aufgehalten hatten, retteten den Angaben zufolge 16 Menschen vor dem Ertrinken. Eine Person sei direkt ins Krankenhaus gebracht worden, die anderen warteten in der südtunesischen Stadt Zarzis zunächst noch darauf, an Land gehen zu dürfen, teilte das UNHCR mit.

Von Lybien nach Europa

Nach Behördenangaben kamen die Migranten überwiegend aus Ländern südlich der Sahara. Am späten Donnerstagabend hätten sie sich in der libyschen Hafenstadt Suara auf den Weg in Richtung Europa gemacht, berichteten Überlebende dem UNHCR. Anschließend sei das Boot aufgrund hoher Wellen in Seenot geraten.

In den ersten vier Monaten des Jahres sind nach UN-Angaben bereits 164 Menschen zwischen Libyen und Europa ums Leben gekommen.

(be/dpa)