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Mindestens 105 Zivilisten sterben bei Angriff auf Dorf in Mali

23.3.2019 22:59 Uhr

Bei einem bewaffneten Angriff der Dogon auf ein Dorf der Fulbe in Mali sind nach offiziellen Angaben mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Angefacht wird der Konflikt der ethnischen Gruppen in Mali durch einen dschihadistischen Prediger namens Amadu Kufa, der verzweifelt versucht, "Gotteskrieger" zu rekrutieren und dies vorzugsweise unter den Fulbe versucht.

Bei einem bewaffneten Überfall auf ein Dorf im Zentrum Malis sind am Samstag mehr als hundert Zivilisten getötet worden. Der Angriff habe sich gegen ein Dorf der Volksgruppe der Fulbe gerichtet und sei von Jägern der Volksgruppe der Dogon verübt worden, hieß es aus Militärkreisen. Der Bürgermeister eines benachbarten Dorfes sprach von einem "Massaker an Zivilisten", für das Angehörige der Dogon-Volksgruppe verantwortlich seien.

Auch Dschihadisten mischen im ethnischen Konflikt kräftig mit

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In den vergangenen vier Jahren haben sich die ethnischen Konflikte zwischen den Fulbe, die der Viehzucht nachgehen, und den Dogon und den Bambara, die Landwirtschaft betreiben, verschärft. Dies wird mit dem Erscheinen der dschihadistischen Gruppierung des Predigers Amadu Kufa in Verbindung gebracht, der vor allem unter den Fulbe Kämpfer für seine Organisation rekrutiert.

Die Dogon und die Bambara bauten in dieser Zeit ihrerseits "Selbstverteidigungsgruppen" auf. Nach Angaben der UNO wurden durch diesen Konflikt im vergangenen Jahr mehr als 500 Zivilisten getötet. Schauplatz des bewaffneten Überfalls am Samstag war das Dorf Ogossagou. Aus Sicherheitskreisen hieß es, Vertreter des Militärs und der örtlichen Behörden hätten sich dorthin begeben und "mindestens 105 zivile Todesopfer" gezählt. Das westafrikanische Mali ist seit 2012 Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen, die damals die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück.

Trotz der Präsenz tausender internationaler Soldaten herrscht weiter Instabilität. In Mali ist auch die Bundeswehr im Einsatz, die sich unter anderem an der UN-Mission Minusma im Norden des Landes beteiligt. 2015 schlossen die bewaffneten Gruppierungen im Land ein Friedensabkommen. Am Freitag hatten die Botschafter der 15 Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrates Mali besucht und waren mit der Regierung in Bamako zusammengetroffen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte Anfang März erklärt, im vergangenen halben Jahr seien hinsichtlich der Umsetzung des Friedensabkommen mehr Fortschritte erzielt worden als in der Zeit davor.

</div>(ce/afp)