epa/Khaled el Fiqi

Millionen Euro in Haus von Ex-Präsident gefunden

21.4.2019 20:33 Uhr

Rund sieben Millionen Euro Bargeld haben Ermittler im Haus des abgesetzten sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir gefunden. Es sei daher ein Verfahren wegen Verdachts auf Korruption und Geldwäsche eröffnet worden, erklärte ein ranghoher Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft in Khartum.

Nun würden weitere Durchsuchungen bei anderen Mitgliedern von Al-Baschirs früherem Führungszirkel durchgeführt, sagte er weiter. Der Führer der Militärregierung, Abdel Fattah Burhan, bestätigte den Geldfund am Sonntagabend in einem Interview im staatlichen Fernsehen.

Massenproteste führen zur Absetzung al-Baschirs

Ermittler fanden demnach bei der Durchsuchung von Al-Baschirs Residenz rund 6,7 Millionen Euro, 350 000 US-Dollar und etwa 5 Millionen sudanesische Pfund (etwa 90 000 Euro). Der Mitarbeiter der Staatsanwalt erklärte, die Ermittlungen seien Teil der Bemühungen der Militärführung, Al-Baschirs korruptes System trocken zu legen. In den vergangenen Tagen wurden bereits mehrere prominente Politiker der Regierungspartei NCP verhaftet.

Nach anhaltenden Massenprotesten hatte das Militär den seit rund drei Jahrzehnten regierenden Al-Baschir am 11. April abgesetzt und festgenommen. Die Generäle bemühen sich seither darum, gemeinsam mit Parteien und Zivilgesellschaft eine Übergangsregierung zu bilden.

Die Organisatoren der Massenproteste, das Gewerkschaftsbündnis SPA, wollten noch am Sonntagabend vor Demonstranten in Khartum ihren Vorschlag für eine Regierungsmannschaft vorstellen. Tausende Regierungsgegner halten seit mehr als zwei Wochen eine Sitzblockade vor der Zentrale der Militärführung ab. Diese Aktion wird weithin als einer der Auslöser für Al-Baschirs Sturz betrachtet.