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Militärsalut - UEFA setzt Inspektor ein

16.10.2019 16:02 Uhr

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) schaut nun bei der Türkei genau hin und untersucht die militärischen Grüße einiger Spieler bei den Spielen zur EM-Qualifikation gegen Albanien und Weltmeister Frankreich mit einem Ethik- und Disziplinar-Inspektor. Während und nach den Matches hatten einige türkische Spieler auf dem Spielfeld, in der Kabine und später auf den Social Media militärisch salutiert, was laut Statuten und Regelwerk der UEFA als "provokatives und politisches Verhalten" gewertet werden könnte.

Bereits am Dienstag hatte die UEFA angekündigt, dass eine Untersuchung aufgrund der Vorkommnisse während der Spiele in Frankreich (1:1) am Montag und gegen Albanien (1:0) am vergangenen Freitag eingeleitet wird. Dabei geht es um "mögliches provokatives politisches Verhalten" der türkischen Spieler. Das UEFA-Regelwerk verbietet politische Äußerungen in Stadien. Ob es zu einer Strafe gegen die Türkei kommt, ist offen. Die UEFA müsste den Spielern nachweisen, dass sie mit der Geste die Militär-Operation in Nordsyrien befürworten oder unterstützen, wodurch der politische Kausalzusammenhang als Bestrafungsgrundlage hergestellt wäre.

Ermittlungen auch gegen unterklassige Klubs in Deutschland

Gegen die drei unterklassigen Amateurklubs Genclikspor Recklinghausen, SG Hillen und DTSG Herten II wird durch den zuständigen Kreis Recklinghausen ein Sportgerichtsverfahren eingeleitet. Das bestätigte der Kreis-Vorsitzende Hans-Otto Matthey auf SID-Anfrage. Spieler der Vereine hatten am vergangenen Wochenende den umstrittenen Militärgruß gezeigt, um damit ihre Solidarität mit der türkischen Armee zu unterstreichen.

"In einem Fall war es die ganze Mannschaft, ein anderes Mal fünf bis sechs Spieler", berichtete der Funktionär aus dem Bereich des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen. Fotos der Aktion waren in den Sozialen Medien aufgetaucht und liegen dem Verband vor. Der WDR hatte als erstes über die Vorfälle im Kreis Recklinghausen berichtet. Matthey erhofft sich eine Signalwirkung auf die bevorstehenden Spiele am Wochenende: "Ich stelle die Prognose, dass niemand die Frechheit besitzt, so etwas am Wochenende zu wiederholen." Die entsprechenden Anträge für eine Sportgerichtsverhandlungen seien eingereicht worden. Es kann zu einer öffentlichen Sitzung oder einer Einzelrichterentscheidung kommen. Einen voraussichtlichen zeitlichen Rahmen für ein Urteil konnte Matthey deshalb nicht nennen.

(afp)

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