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Militärrabbiner ist wichtiges Signal

3.4.2019 23:15 Uhr

Die Einführung von Militärrabbinern in der Bundeswehr hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als wichtiges Signal bezeichnet. Es erfülle sie mit großer Freude, dass jüdische Männer und Frauen in der Bundeswehr dienen, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch in Berlin zum Auftakt einer dreitägigen Konferenz, die der Zentralrat der Juden organisiert hat.

«Wir möchten wieder Militärrabbiner in unseren Reihen beheimatet wissen», sagte von der Leyen zu ihrer Entscheidung, Militärrabbiner einzuführen. «Es ist gut, dass Rabbiner wieder sagen: Ja, ich möchte in der Bundeswehr wirken.» Es sei ihr wichtig, jüdisches Leben in der Bundeswehr zu haben. «Das ist in Zeiten, in denen Polarisierung und Engstirnigkeit vielerorts auf dem Vormarsch sind, ein wichtiges Signal.»

Zentralratspräsident Josef Schuster begrüßte die Entscheidung für Militärrabbiner am Mittwoch und forderte Wachsamkeit gegenüber Antisemitismus und Extremismus in den Sicherheitskräften.

Als nächstes Militärimame geplant

Der Zentralrat der Juden in Deutschland berät bis Freitag mit Experten aus Militär und Politik über Erwartungen und die praktische Arbeit von Militärrabbiner bei der Bundeswehr. Zwischen 250 und 300 jüdische Soldaten gebe es derzeit in der Bundeswehr.

Verbesserte seelsorgerische Angebote sind auch für Soldaten muslimischen Glaubens geplant. Ohne eine zentrale Institution für die islamischen Glaubensrichtungen könne schon aus rechtlichen Gründen gegenwärtig kein Staatsvertrag geschlossen werden, hatte von der Leyen am Vortag erklärt. Geplant sei aber, muslimische Geistliche über sogenannte Gestellungsverträge an die Bundeswehr zu binden. In der Bundeswehr gibt es nach Schätzungen etwa 3000 Muslime.

(an/dpa)