dpa

Milchstraße gleicht gebogener Scheibe

1.8.2019 23:32 Uhr

Wie polnische Wissenschaftler nun belegen konnten, ist die Milchstraße keine Flache Scheibe, sondern gebogen. Durch eine neues Verfahren konnten sie die Milchstraße exakt kartieren - durch kosmische Leuchtfeuer.

Die dreidimensionale Karte bestätigt die verbogene Form unserer Heimatgalaxie, die auch in anderen Untersuchungen schon aufgefallen war.

Das berichtet das Team um Dorota Skowron von der Universität Warschau im US-Fachblatt "Science". "Unsere Karte zeigt, dass die Scheibe der Milchstraße nicht platt ist. Sie ist verbogen und verdreht", erläuterte Ko-Autor Przemek Mroz in einem Begleitvideo. "Zum ersten Mal können wir das mit individuellen Objekten in drei Dimensionen zeigen."

Die genaue Struktur unserer Heimatgalaxie ist schwer zu bestimmen, weil wir nicht von außen auf sie blicken können. Das Team um Skowron bestimmte daher die Position und Entfernung von 2431 sogenannten Cepheiden-Sternen in der Milchstraße. Das sind junge Riesensonnen, die 100 bis 10.000 Mal so hell leuchten wie unsere eigene Sonne und daher oft quer durch die ganze Galaxis sichtbar sind.

Im Takt pulsierende Sterne

Diese Sterne haben eine Besonderheit: Sie pulsieren ganz regelmäßig in einem Takt, der von ihrer jeweiligen Helligkeit abbhängt. Anhand des individuellen Takts lässt sich daher die absolute Helligkeit eines Cepheiden bestimmen. Aus dem Vergleich mit seiner scheinbaren Helligkeit am irdischen Firmament ergibt sich jeweils die Entfernung dieser kosmischen Leuchtfeuer.

Um den Einfluss von Staub zu minimieren, der Sternenlicht schluckt, untersuchten die Astronomen das Infrarotlicht der Sterne, das kaum absorbiert wird. Aus den Positionen und Entfernungen der beobachteten Cepheiden-Sterne kombinierten die Forscher eine Karte der galaktischen Scheibe bis in die Außenbezirke der Milchstraße. Sie zeigt, dass die Scheibe unserer Galaxie etwa ab dem halben Weg vom Zentrum zum Rand an der einen Seite leicht nach oben gebogen ist und auf der gegenüberliegenden Seite nach unten. Das hatten auch andere Untersuchungen etwa von Gas, Staub und anderen Sternen bereits ergeben. Diese Beobachtungen seien jedoch begrenzt gewesen und die daraus resultierenden Karten unserer Galaxie daher eingeschränkt, betonte "Science".

(be/dpa)

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