epa/Nikolai Petrov

Mike Pence in Weißrussland

1.2.2020 19:38 Uhr

Vor zehn Jahren haben die USA begonnen Sanktionen gegen Weißrussland zu verhängen. Nun bemühen sich die USA die Beziehungen zu dem autoritär regierten Land zu verbessern. Es könnten «echte Fortschritte» in der Zusammenarbeit der beiden Staaten erzielt werden, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Samstag in Minsk bei einem Treffen mit dem weißrussischen Staatschef Alexander Lukaschenko.

Es gebe auch Überlegungen, die Sanktionen gegen die Ex-Sowjetrepublik aufzuheben, dieser Punkt sei aber noch nicht erreicht, erklärte Pompeo. Die USA forderten Weißrussland auf, die Demokratie und Menschenrechte im Land zu stärken.

Kritik an Menschenrechtslage in Minsk

Washington hatte nach wiederholter Kritik an der Menschenrechtslage in Weißrussland ab 2006 Sanktionen verhängt, auch gegen Lukaschenko selbst. Zwei Jahre später wurden die Sanktionen verschärft, woraufhin Weißrussland US-Diplomaten auswies. Nun sollen wieder Botschafter ausgetauscht werden. Das Treffen sei «ein wichtiger Impuls für eine Normalisierung der Beziehungen», betonte der weißrussische Außenminister Wladimir Makej der Staatsagentur Belta zufolge.

Lukaschenko, der als «letzter Diktator» Europas gilt, ist seit mehr als 25 Jahren an der Macht. Er pflegt sehr enge Kontakte zu Kremlchef Wladimir Putin, will aber auch ein besserer Verhältnis zum Westen. Im Sommer will er sich erneut ins Präsidentenamt wählen lassen.

Zuletzt gab es Spannungen zwischen Minsk und Moskau wegen der Energiepreise. Minsk, das wirtschaftlich am Tropf des Nachbarlandes hängt, warf Moskau «Abzocke» vor. Zudem sollen Pläne einer weiteren Integration mit Russland gescheitert sein. In Minsk gab es immer wieder Proteste gegen eine mögliche Vereinigung des Landes mit Russland. Pompeo betonte, die USA wollten dem Land helfen, ein souveräner Staat zu bleiben. Washington sei bereit, das erforderliche Öl zu wettbewerbsfähigen Preisen zu liefern, sagte Pompeo. Der Minister wird in den kommenden Tagen auch in Kasachstan und Usbekistan erwartet. Zuvor besuchte er die Ukraine.

(an/dpa)

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