Symbolbild: Henning Kaiser/dpa

Michael-Jackson-Fans planen Demo gegen umstrittene Doku

5.4.2019 8:52 Uhr

Nachdem "Leaving Neverland" im US-TV gezeigt wurde, zieht auch das deutsche Fernsehen nach. Am Samstag wird die umstrittene Dokumentation über Michael Jackson im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen seine Person beim deutschen Privatsender ProSieben (20.15 Uhr) zu sehen sein. Fans des verstorbenen King of Pop planen eine Demo gegen die Doku.

Im Film von Regisseur Dan Reed erheben zwei Männer heftige Missbrauchsvorwürfe gegen den 2009 gestorbenen Michael Jackson. Um auf "Verleumdungen und Falschaussagen" in der Dokumentation aufmerksam zu machen, haben seine Fans für Samstag Demonstrationen vor der ProSieben-Zentrale in Unterföhring angekündigt.

Reed hatte in dieser Woche eingeräumt, dass ein Detail nicht so sein kann, wie einer seiner Protagonisten im Film erzählt. James Safechuck (heute 41) gibt in der Dokumentation an, von 1988 bis 1992 von Jackson missbraucht worden zu sein - unter anderem in einem Raum des "Neverland"-Bahnhofes. Der wurde aber erst 1993 gebaut, wie ein Jackson-Biograf in den offiziellen Unterlagen der Baugenehmigung herausgefunden hat.

"Über "Leaving Neverland" spricht die Welt"

Safechuck und Wade Robson (36) erzählen in der Doku schockierend eindrucksvoll und in schwer zu ertragenen Details, wie der Sänger sie als Kinder missbraucht haben soll. "Über "Leaving Neverland" spricht die Welt", sagte ProSieben-Chefredakteur Stefan Vaupel. "Kindesmissbrauch ist eins der größten gesellschaftlichen Tabu-Themen unserer Zeit. Kirche, Künstler und andere haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder das Schweigen ihrer Opfer erkauft. Deshalb zeigen wir "Leaving Neverland"."

Begleitet wird die US-Dokumentation am Samstagabend von einer eigenen ProSieben-Sendung. Opfer, Wegbegleiter, Fans, Freunde und Kritiker Jacksons sollen darin zu Wort kommen.

(sis/dpa)