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Mexiko fürchtet hohe Kosten durch langsamen Grenzverkehr in USA

10.4.2019 23:49 Uhr

Vor wirtschaftlichen Schäden wegen des schleppenden Grenzverkehrs hat Mexiko die USA gewarnt. "Es ist eine sehr schlechte Idee, den Waren- und Personenverkehr an der Grenze zu bremsen", schrieb der mexikanische Außenminister Marcelo Ebrard am Mittwoch auf Twitter.

"Das führt zu höheren Kosten in der Wertschöpfungskette sowohl in Mexiko als auch in den Vereinigten Staaten." Ebrard kündigte an, noch am Mittwoch Kontakt zum US-Heimatschutzministerium aufzunehmen, um nach einer Lösung zu suchen.

750 Grenzschutzbeamte abgezogen

Wegen der steigenden Anzahl mittelamerikanischer Migranten hatte die US-Regierung in der vergangenen Woche 750 Grenzschutzbeamte von ihren Posten an den Grenzübergängen abgezogen und mit neuen Aufgaben betraut. Diese fehlen nun bei der Abfertigung der Fahrzeuge, was zu den Verzögerungen führt.

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko gilt als eine der verkehrsreichsten der Welt. Das Handelsvolumen zwischen den beiden Nachbarländern liegt bei über 610 Milliarden US-Dollar. 70 Prozent des Warenverkehrs wird mit Lkw abgewickelt.

Nach Angaben des Verbands der mexikanischen Autoindustrie (Amia) müssen die Lastwagen an der Grenze teilweise 30 Stunden auf die Abfertigung warten. "Diese Situation bringt die Betriebsabläufe in den USA in Gefahr", sagte der Amia-Vorsitzende Eduardo Solís. Vor allem die Automobilsektoren beider Länder sind stark miteinander vernetzt: Autoteile überqueren während des Fertigungsprozesses oft mehrmals die Grenze.

(an/dpa)