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Messerattacke mit drei Toten von Reading als "Terrorismus" eingestuft

21.6.2020 13:47 Uhr

Am Samstagabend kam es in einem Park in Reading – rund 20 Kilometer entfernt von London – zu einer Messerattacke. Die wurde nun offiziell als Terrorattacke eingestuft. Als mutmaßlicher Täter wurde der 25-jährige Libyer Khairi Saadallah festgenommen, der vor einigen Jahren als Bürgerkriegsflüchtling aus Libyen nach Großbritannien kam und um Asyl ersuchte. Saadallah ist polizeibekannt und wurde bereits in der Vergangenheit wegen eines "Gewaltdelikts" in Gewahrsam genommen. Die Behörden suchen derzeit mittels Zeugenbefragungen und weiteren Ermittlungsarbeiten nach dem Motiv des mutmaßlichen Täters.

Die Polizei hat einen Messer-Amoklauf zu einem "terroristischen Anschlag" erklärt, bei dem drei Menschen in Reading getötet wurden. Khairi Saadallah, ein 25-jähriger Flüchtling aus Libyen, wurde am Samstagabend von der Polizei in Forbury Gardens festgenommen. Zeugen teilten der Polizei mit, er sei auf eine Gruppe von zehn Männern mittleren Alters zugegangen, die im Park nach einer Demonstration zu #BlackLivesMatter getrunken hatten. Plötzlich habe er auf die Menschen eingestochen und das sehr gezielt in den Nacken oder in den Bereich unter dem Arm. Die Opfer seien, so Zeugen, eher zufällig ausgesucht worden.

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Drei Männer starben bei dem Angriff und mindestens drei weitere der Angegriffenen befinden sich in einem kritischen Zustand im Krankenhaus, wodurch die Opferzahl möglicherweise ansteigen könnte. Zum mutmaßlichen und festgenommenen Täter ist bekannt, dass Saadallah vor einigen Jahren als Flüchtling nach dem Bürgerkrieg in Libyen nach Großbritannien gekommen ist. Bewaffnete Anti-Terror-Einheiten durchsuchten am späten Samstagabend seine Wohnung in der nahe gelegenen Basingstoke Road und stellten eine Reihe von Gegenständen sicher - darunter eine große Kreissäge.

Polizeichef bittet, keine Videos in den Social Media zu teilen

Die Thames Valley Police hat erklärt, dass sie von Terrorismus-Spezialisten unterstützt wird und weiter nach der Motivlage für den Anschlag forscht. Die Nachbarn des Festgenommenen sagten, er habe etwa ein Jahr lang an der Anschrift gelebt, sei aber erst vor drei oder vier Wochen nach einer "längeren Abwesenheit" zurückgekehrt. Sie beschrieben ihn als einen "komplizierten Nachbarn", der viel Lärm machte und den Bewohnern des Blocks verschiedene Probleme bereitete. Weitere Nachbarn von Khairi Saadallah, dem Verdächtigen, der gestern unter Terrorverdacht festgenommen wurde, bezeichneten ihn als "klassischen Einzelgänger", wie Danielle Sheridan berichtet. Auch die 25-jährige Sophie Parker bestätigte das Bild. Adam, ein Nachbar, sagte, der 25-jährige libysche Verdächtige sei erst vor drei oder vier Wochen nach "längerer Abwesenheit" in die Wohnung zurückgekehrt.

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Der Polizeichef John Campbell von der Thames Valley Police sagte: "Ich bin zutiefst traurig über die Ereignisse der letzten Nacht. Dies war ein wirklich tragischer Vorfall und die Gedanken der Thames Valley Police sind bei allen Betroffenen. Vorfälle dieser Art sind sehr selten, obwohl ich weiß, dass dies für die Beteiligten wenig tröstlich ist und ich verstehe die Besorgnis, die dieser Vorfall in unserer Gemeinde verursacht hat. Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen eng mit unseren Partnern zusammenarbeiten, um die Reading-Community in dieser Zeit zu unterstützen. Polizeisperren sind weiterhin vorhanden und werden wahrscheinlich noch einige Zeit bestehen, da CTPSE weiter daran arbeitet, diesen Vorfall zu untersuchen und genau festzustellen, was passiert ist. Ich möchte die Öffentlichkeit dringend bitten, das Gebiet zu diesem Zeitpunkt zu meiden und der Gemeinde für ihre Geduld danken. Wir werden Sie informieren, sobald der Bereich wieder geöffnet ist. Ich würde auch darum bitten, dass die Öffentlichkeit Spekulationen vermeidet. Wir suchen darüber hinaus weiterhin nach Zeugen, die Videomaterial haben. Aus Respekt vor Verstorbenen und Verletzten sowie ihren Angehörigen verbreiten Sie dieses Filmmaterial bitte nicht in den sozialen Medien - dies würde für Angehörige unglaublich belastend sein. Wenn Sie Informationen zu diesem Vorfall haben, kontaktieren Sie uns bitte unter der Nummer 101 unter Angabe der Referenznummer 1159 20/6."

(ce)

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