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Merkel und Trump wegen geplanter Strafzölle auf Konfrontationskurs?

16.2.2019 11:29 Uhr

Durch US-Strafzölle auf Importautos und damit verbundenen Umsatzeinbrüchen könnten in Deutschland Arbeitsplätze gefährdet werden. Das weiß Bundeskanzlerin Angela Merkel und hat die US-Regierung für ihre Pläne, Autoimporte als nationales Sicherheitsproblem zu klassifizieren, scharf kritisiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat scharfe Kritik an den Plänen der USA geübt, Importautos als Bedrohung für die nationale Sicherheit einzustufen und mit Strafzöllen zu belegen. In ihrer Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz wies Merkel am Samstag darauf hin, dass viele deutsche Konzerne ihre Autos in den USA bauen ließen - etwa im BMW-Werk im US-Bundesstaat South Carolina.

Merkel macht den Widersinn bei den Strafzöllen deutlich

"Wenn diese Autos, die in South Carolina gebaut werden, plötzlich eine Bedrohung der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten sind, dann erschreckt uns das", sagte die Kanzlerin. Für die Haltung der US-Regierung äußerte sie Unverständnis. Merkel mahnte in der Frage weitere Verhandlungen an: "Es wäre gut, wir kommen in ordentliche Gespräche miteinander", sagte sie. "Wir sind stolz auf unsere Autos, das dürfen wir auch." Merkel verwies darauf, dass das Werk in South Carolina das größte BMW-Werk überhaupt sei. Dort würden auch Autos für den Export gebaut.

Das US-Handelsministerium hat Auto-Importe nach AFP-Informationen als Sicherheitsbedrohung eingestuft und damit die Grundlage für die Verhängung von Strafzöllen geschaffen. Präsident Donald Trump sind die deutschen Autoimporte seit Langem ein Dorn im Auge, wiederholt drohte er mit Zöllen. Das deutsche Ifo-Institut warnte am Freitag, die deutschen Autoexporte in die USA könnten dann langfristig um fast die Hälfte zurückgehen könnten.

(ce/afp)