Tolga Bozoglu/EPA POOL/AP/dpa

Merkel mit großem Bemühen um verhaftete Deutsche

24.1.2020 18:16 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat intensive Bemühungen um die Freilassung von in der Türkei inhaftierter Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft angekündigt. Sie habe mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vereinbart, dass man von Fall zu Fall darüber sprechen werde, wie man zu Lösungen komme, sagte Merkel am Freitag nach einem Gespräch mit Erdogan in Istanbul.

Die Türkei werde sich zudem darum bemühen, dass bald Akkreditierungen für alle interessierten deutschen Journalisten für dieses Jahr ausgestellt würden. Die Pressekarten ausländischer Korrespondenten in der Türkei, die zugleich die Arbeitserlaubnis ist, laufen jedes Jahr Ende Dezember ab und müssen dann neu beantragt werden. Die Türkei hatte solche Akkreditierungen für das vergangenen Jahr in mehreren Fällen zunächst verweigert.

Kommunikationsbehörde zuständig für Presseausweise

Erdogan sagte dazu, die Kommunikationsbehörde sei zuständig für die Vergabe der Pressekarten. "Manche Kreise, die sich an den guten Beziehungen der Türkei zu Deutschland stören" wollten es so darstellen als werden deutsche Journalisten anders behandelt als andere Medienvertreter. Es handele sich um eine "Routinebeurteilung", betonte er. "Ich möchte hier offen und aus erster Hand sagen, dass es keine derartige spezielle Behandlung oder eine negative Doppelmoral gegenüber deutschen Journalisten gibt", sagte er. Von Problemen oder Benachteiligungen könne keine Rede sein. "Meine Sensibilität in Sachen Pressefreiheit ist ohnehin bekannt und auch mein Kommunikationsdirektor ist diesbezüglich empfindlich", sagte Erdogan.

Nach offiziellen Angaben sitzen derzeit auch 59 Deutsche in türkischen Gefängnissen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Deutschen, gegen die eine Ausreisesperre erlassen wurde. Das Auswärtige Amt hatte kürzlich berichtet, der Bundesregierung seien zurzeit 74 solcher Fälle bekannt. Es äußert sich allerdings nicht mehr dazu, wie viele Fälle kriminelle Hintergründe haben und welche sie als "politisch" einstuft.

(dpa)

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