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Merkel: Mensch muss beim digitalen Wandeln im Mittelpunkt stehen

4.12.2018 17:02 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hat auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung betont, dass sich digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) auch im Mittelstand durchsetzen müssen. Internet sei kein "Neuland", aber doch "noch nicht durchschrittenes Terrain".

"Wir müssen sehen, dass die Großen die anderen mitnehmen", sagte sie am Dienstag in Nürnberg auf dem Digitalgipfel der Bundesregierung. Das sei eine Aufgabe für Wirtschaftsverbände, aber auch für die Bundesregierung. In der beruflichen Bildung müssten zudem schleunigst neue Berufsbilder gelehrt werden.

Merkel und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sind sich einig, dass der Mensch beim digitalen Wandel im Mittelpunkt stehen soll. KI berge ein enormes Potenzial, das Leben zu verbessern, "sei es bei der Früherkennung von Krankheiten, der Unterstützung bei der Pflege oder beim autonomen Fahren", erklärte Altmaier. Merkel sagte dazu allerdings, dass die meisten Menschen mit dem Begriff KI noch nichts anfangen könnten. Sie sprach von "noch nicht durchschrittenem Terrain". Damit sich ein Teil der Bevölkerung beim Wandel nicht zurückgelassen fühle, müsse das Motto lauten: "Wohlstand für alle". Die Chancen seien groß, erklärte Altmaier. "Durch KI sind allein im produzierenden Gewerbe rund 32 Milliarden Euro an zusätzlicher Wertschöpfung in den nächsten fünf Jahren möglich." Er forderte den Aufbau eines europäischen Spitzenunternehmens, "quasi einen Airbus für KI" und kündigte an, dass Deutschland seine Infrastruktur zur Datenverarbeitung und -analyse stärker mit anderen Ländern bündeln wolle.

"Kompetenzzentren" für mittelständische Unternehmen

Um KI in der Wirtschaft zu verbreiten, sollen vom Bund geförderte Kompetenzzentren künftig jedes Jahr mindestens 1000 mittelständische Unternehmen bei der Einführung von KI beraten. Mit drei Milliarden Euro will die Regierung bis 2025 die Entwicklung vorantreiben und Leuchtturmprojekte einzelner Unternehmen fördern und bekannt manchen.Merkel sprach sich zudem für einen achtsamen Umgang mit den Daten der Bürger aus. Auch der Digitalverband Bitkom veröffentlichte am Dienstag eine Umfrage, wonach die Bundesbürger eine politische Regulierung von KI fordern. Demnach befürworten gerade einmal drei Prozent der Bürger, dass Programmierer oder Unternehmen sich selbst Regeln für den Umgang mit der neuen Technik geben. 44 Prozent der gut 1000 Befragten sehen die Bundesregierung in der Pflicht, 35 Prozent internationale Organisationen wie die EU oder die Vereinten Nationen.

(be/afp)