dpa

Merkel eröffnet neue BND-Zentrale in Berlin

8.2.2019 12:35 Uhr

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem Bundesnachrichtendienst (BND) einen erfolgreichen Wandel nach dem Ende des Ost-West-Konflikts bescheinigt und sich klar hinter die Arbeit des deutschen Auslandsgeheimdienst gestellt.

Angesichts der Krisen in der Welt sei sie überzeugt, "dass Deutschland einen starken und leistungsfähigen Auslandsnachrichtendienst dringender denn je braucht", sagte Merkel bei der offiziellen Eröffnung der neuen BND-Zentrale in der Mitte Berlins. Der BND tue etwas dafür, dass Millionen Deutsche sicher leben könnten.

Als besondere Herausforderungen nannte Merkel die Erkennung von Falschnachrichten (Fake News) und die Bedrohung durch Cyberattacken. Gerade im Kampf gegen Falschnachrichten komme dem Nachrichtendienst eine wichtige Aufklärungsaufgabe zu.

1,1 Milliarden Euro Baukosten

Der Umzug aus Pullach bei München und anderen Standorten in die neue Zentrale war im Januar mit dem Einzug des "Zentrums für Nachrichtendienstliche Aus- und Fortbildung" abgeschlossen worden - knapp elf Jahre nach der Grundsteinlegung.

Die Baukosten lagen bei etwa 1,1 Milliarden Euro. Hinzu kamen 206 Millionen Euro für Einrichtungskosten für Möbel und Technik. Ursprünglich geplant waren Baukosten in Höhe von 720 Millionen Euro. Etwa 100.000 Kartons wurden für den Umzug gepackt, rund 4000 der 6500 Geheimdienstler des BND arbeiten nun in dem Neubau.

Früherer Präsident spricht von "Fehler"

Unmittelbar vor der offiziellen Eröffnung der neuen BND-zentrale hatte dessen früherer Präsident Gerhard Schindler den Verbleib von Teilen des Auslandsgeheimdienstes in Bayern kritisiert.

Es sei ein "Fehler, dass die Technische Aufklärung in Pullach verbleibt", sagte Schindler am Freitagmorgen im rbb-Inforadio. "Das erschwert natürlich die Dienstaufsicht, das erschwert natürlich die Zusammenarbeit mit der Zentrale." Für diese Teilung des BND gebe es keinen vernünftigen, logischen Grund.

Schindler sagte, er hoffe, "dass man diese Entscheidung im Laufe der Jahre korrigiert und diese heterogene Struktur, die man jetzt bewusst eingeht, dann doch überwindet und eine homogene Struktur in der Hauptstadt Berlin schafft".

(bl/dpa)

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