epa/Omer Messinger

Merkel beklagt Rassismus in der Gesellschaft

2.3.2020 23:23 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach den rechtsextremen und rassistsichen Anschlägen im letzten Monat einen friedlicheren gesellschaftlichen Diskurs angemahnt. «Es beginnt weit vor der Anwendung von Gewalt, dass wir aufmerksam sein müssen», sagte Merkel am Montag bei der Eröffnung des 11. Integrationsgipfels im Kanzleramt.

Sie erinnerte an die Opfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt sowie islamfeindlichen Hasses und betonte, dass die Mitglieder der Bundesregierung «sehr bedrückt sind, dass es bisher nicht gelungen ist, diese Taten zu stoppen.» Jeder Mensch müsse sich in Deutschland sicher und in seiner Würde akzeptiert fühlen können.

Treffen mit Migrantenverbänden

Vor Beginn der Veranstaltung hatten Merkel und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CDU) mit Vertretern von Migrantenverbänden über den rassistischen Anschlag in Hanau gesprochen. In der hessischen Stadt hatte ein 43-jähriger Deutscher am 19. Februar neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Er tötete auch seine Mutter und sich selbst.

Der Integrationsgipfel widmete sich diesmal vor allem der Frage, was Migranten wissen sollten, bevor sie nach Deutschland kommen. Die Bundesregierung will, dass potenzielle Arbeitsmigranten schon im Herkunftsland bestimmte Kenntnisse erwerben - zum Beispiel Deutsch lernen.

Über die Eskalation der Lage in der Türkei, wo am Wochenende Tausende von Flüchtlingen und Migranten versucht hatten, über die Grenze nach Griechenland zu gelangen, sprach Merkel nicht.

(an/dpa)

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