epa/Balasz Szecsodi

Merkel bedankt sich bei Ungarn

19.8.2019 14:17 Uhr

Für die Unterstützung bei der Grenzöffnung 1989 und bei der folgenden Deutschen Einheit hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Ungarn gedankt. Das von der ungarischen Seite ermöglichte Paneuropäische Picknick sei zum Symbol für die großen Freiheitsbewegungen damals geworden, sagte Merkel am Montag im ungarischen Sopron bei einem Festakt zum 30-jährigen Jubiläum des historischen Tags.

"Aus dem Picknick wurde die größte Massenflucht aus der DDR seit dem Bau der Mauer 1961. Aus dem Picknick wurde ein Weltereignis", sagte Merkel. Mehr als 600 DDR-Bürgern war am 19. August 1989 die Flucht über die für das Picknick kurzzeitig geöffnete Grenze gelungen. Das Geschehen war der Vorbote zum Fall der Berliner Mauer im November.

Unteilbare Werte Europas

"Sopron ist ein Beispiel dafür, wie viel wir Europäer erreichen können, wenn wir für unsere unteilbaren Werte mutig einstehen", sagte Merkel in der Evangelischen Kirche von Sopron. In Anwesenheit von Ungarns Regierungschef Viktor Orban mahnte sie die Kompromissfähigkeit der EU-Staaten gerade in strittigen Fragen an. "Wir sollten uns stets bewusst sein, dass nationales Wohl immer auch vom europäischen Gemeinwohl abhängt." Ungarn gehört zu den EU-Ländern, die gerade in der Migrationsfrage ihre nationalen Interessen unnachgiebig verteidigen.

Nach dem Festakt trafen sich Merkel und Orban beim Mittagessen im Rathaus der Stadt zu einem kurzen Gespräch. Später war eine gemeinsame Pressekonferenz geplant. Dieses knappe Programm gilt als Zeichen dafür, wie sehr das deutsch-ungarische Verhältnis derzeit abgekühlt ist. Während Orban seit Jahren strikt gegen Zuwanderung eintritt, kritisiert Deutschland die illiberalen Tendenzen in Ungarn.

(an/dpa)

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