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Meral Aksener fordert für Türkei 15-tägige Ausgangssperre

13.4.2020 20:01 Uhr

Meral Aksener, Partei-Vorsitzende der oppositionellen nationalistischen IYI Partei, hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan dazu aufgefordert, eine 15-tägige Ausgangssperre über die Türkei zu verhängen. Durch diese Quarantäne-Maßnahme sei es möglich, so Aksener, die Ausbreitung des Coronavirus im Land auszubremsen und die Infektionskurve flacher zu gestalten, wie es in anderen Ländern bereits vorgemacht worden wäre.

"Deklarieren Sie eine 15-tägige obligatorische Quarantäne im ganzen Land und das mit einem Programm, welches im Rahmen der Kapazitäten des Staates sowie im Rahmen der Empfehlungen des Wissenschaftsausschusses erlassen und mit dem Nachdruck des Staates umgesetzt wird", sagte Aksener in einem Live-Video, das in den späten Abendstunden des 12. April in den sozialen Medien veröffentlicht wurde. "Parallel dazu sollten Sie das Paket zur wirtschaftlichen Unterstützung auf mindestens sieben Prozent unseres Nationaleinkommens ausweiten, einschließlich direkter Geldhilfe für unsere Bürger, die am stärksten vom Ausbruch betroffen sind", erklärte sie.

Aksener: "Gemeinden wussten nicht von der Ausgangssperre"

Aksener erinnerte daran, dass die Pandemie in der Türkei sowie in der Welt immer ernster würde und äußerte sich besorgt über die "Leistung des Staates", die darauf hindeuten würden, dass die Schritte nur für "politische Interessen" unternommen würden. Sie kritisierte die Regierungspartei AKP dafür, "die Krise nicht bewältigen zu können" und erinnerte sich an die Menschenmengen, die vor einer am späten Abend des 10. April verkündeten zweitägigen Ausgangssperre zum Einkauf auf Märkte und Bäckereien strömten.

„... Zwei Stunden vor Beginn des Verbots. Die Gemeinden wussten nichts über die Situation. Das Gesundheitsministerium wusste nichts über die Situation. Selbst der Wissenschaftsrat wusste es nicht", monierte die Partei-Vorsitzende. Sie sagte darüber hinaus, dass alle Anstrengungen, die in den Wochen zuvor sorgfältig unternommen wurden, innerhalb von zwei Stunden zunichte gemacht worden wären und bezog sich auf die Maßnahmen gegen den Ausbruch. Aksener forderte Erdogan auf, "politische Kommunikationskampagnen" zu verlassen und "bei den Bürgern zu stehen".

(ce)

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